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wie in der Öffentlichkeit mit der FAQ umgehen?
#1
Moin

mich treibt schon geraume Zeit die Frage um, wie ich mit dem hier gewonnenen Wissen um die Lage der Väter / dem gesamten Unterhaltsrecht in D umgehen soll und frage mich gleichfalls, wie ihr das schafft bzw. wie ihr mit dem Wissen in der Öffentlichkeit umgeht.

Ich bin seit 2009 hier als Mitleser dabei, damals wollte meine EX plötzlich einen JA-Titel von mir und dank des Forums konnte ich diesen umgehen, wofür ich heute noch sehr dankbar bin!
Es hat trotzdem gedauert, bis ich mich angemeldet habe und das Thema auch nach außen tragen konnte - habe lange darüber nachgedacht, warum das so war, jetzt dämmert es mir so langsam: Ich habe mich geschämt, überhaupt in so eine Lage gekommen zu sein und habe die Schuld für die ganze Entfremdung und das Versagen alleine bei mir selber gesucht.

Wenn man über diese Themen in der Öffentlichkeit spricht, erntet man im besten Fall erstaunte Gesichter, für die meisten ist man ein Freak, der sie nicht mehr alle auf der Latte hat - selbst mit Freunden dauerte es lange, bis die in etwa verstanden haben, was da abgeht und warum ich diesen Weg gewählt habe, den ich jetzt gehe.

In anderen Foren erntet man sofort einen Shitstorm oder wird einfach gelöscht - es will niemand hören, was einfach nicht sein darf! Mich ekelt das zunehmend an und ich hatte die Tage eine Sinnkrise und habe mich gefragt, ob das Ganze sich jemals ändern wird, denn: Wo soviel Geld so leicht fliesst wäre man doch blöd, man schaffte neue Bedingungen!

Mich interessiert, wie ihr es schafft, nicht zu verzweifeln und immer wieder gegen Wände anzurennen, wenn man das Thema Trennungsväter thematisiert?
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#2
(13-06-2015, 12:40)suppenkasper schrieb: mich treibt schon geraume Zeit die Frage um, wie ich mit dem hier gewonnenen Wissen um die Lage der Väter / dem gesamten Unterhaltsrecht in D umgehen soll und frage mich gleichfalls, wie ihr das schafft bzw. wie ihr mit dem Wissen in der Öffentlichkeit umgeht.

Manchmal schwierig, aber ich habe gelernt damit umzugehen.

(13-06-2015, 12:40)suppenkasper schrieb: Mich interessiert, wie ihr es schafft, nicht zu verzweifeln und immer wieder gegen Wände anzurennen, wenn man das Thema Trennungsväter thematisiert?

Eigentlich gar nicht. Meine Probleme thematisiere ich nur hier. Wir leben in einer Zeit, in der keiner was von anderen Problemen hören möchte, weil jeder selbst genug hat. Gute Tipps gibt es imho nur hier, weil hier viele Profis sind, die teilweise 1:1 dasselbe erlebt haben.

Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber. _CD

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#3
(13-06-2015, 13:28)raid schrieb: Eigentlich gar nicht. Meine Probleme thematisiere ich nur hier.

Außerhalb von dem Forum berichte ich weitgehend keinen anderen Leuten von meinen Gedanken bezüglich der Trennung. Da macht man sich sonst nur angreifbar wenn die eigenen Gedanken beim anderen Lager landen und gegen einen verwendet werden.

Bis zu einem gewissen Grade hatte ich in der Vergangenheit alles mit einem guten Freund besprochen. Allerdings konnte auch er sein Mund nicht gegenüber der zuständigen Möse halten. Kurz gesagt, meine Ex wusste zumindest teilweise bescheid.

Nun habe ich mich im Reallife in eine innere Emigration begeben.
Vorgehensweisen diskutiere ich nur noch mit mir selbst und im Internet mit Leuten die mich nicht kennen und somit ein absichtlicher oder Unabsischtlicher Misbrauch weniger Warscheinlich ist.

Aus diesem Grund bin ich auch heute nicht nach Berlin zu der Demo gefahren
Berlin Demo 50/50 Betreuung 13.06.2015 http://goo.gl/jMffnG
--
3. DEUTSCHER GENDER KONGRESS, 17.11.2018, Köln
https://goo.gl/cHp86A
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#4
In die Parks gehen und spielen - und kleine Zettel dabei haben. Wers braucht, nimmts, wer nicht, fragt mich später. Jedenfalls früher in Kontakt kommen, bevor die Väter "ins Forum" müssen.
# Familienrechtslogik: Wer arbeitet, verliert die Kinder. Wer alleinerziehend macht, kriegt alles. Wer Kindeswohl sagt, lügt #
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#5
(13-06-2015, 14:07)Bruno schrieb: Außerhalb von dem Forum berichte ich weitgehend keinen anderen Leuten von meinen Gedanken bezüglich der Trennung.

Bezüglich meiner eigenen Trennung berichte ich meinen Verwandten und Bekannten im wesentlichen nicht.

Fremden gegenüber binn ich da selbst im Reallife deutlich offener sofern sie nichts mit meinem Umfeld zu tun haben und dieses auch nicht über Umwege kennen.

Mit meiner Meinung bezüglich der Männerdiskreminierung halte ich mich in der Öffentlichkeit kaum noch zurück und diskutiere da zunehmend offensive und lege es da sogar gerne auf Diskussionen an.

Die Erfahrung ist, dass die Gesprächspartner diese Meinung scheinbar akzeptieren und bei meiner Anwesenheit die Männer diskreminierende Bemerkungen fast komplett unterlassen. Und wenn dann entschuldigen sie sich zunehmend sogar für diese.

Ich verweise bei jeder sich anbieutenden Gelegenheit auf Art 3 GG.
--
3. DEUTSCHER GENDER KONGRESS, 17.11.2018, Köln
https://goo.gl/cHp86A
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#6
Außerhalb von FamÄmtern und ihren Gerichten treffe ich überwiegend auf Verständnis für die sorgenvollen Väter. Jeder kennt einen, kennt Katastrophen im Nahbereich.

Wo das nicht der Fall, zeigt sich rasch die Fratze des Feminismus. Dann sind Austausch und Gespräch rasch am Ende.

S.
Geht die Sonne auf im Westen, muss man seinen Kompass testen.
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#7
(13-06-2015, 12:40)suppenkasper schrieb: Mich interessiert, wie ihr es schafft, nicht zu verzweifeln und immer wieder gegen Wände anzurennen, wenn man das Thema Trennungsväter thematisiert?

Ich machs wie sorglos. Visitenkarten mit dem trennungsfaq.com Hinweis immer dabei. Etwa einmal im Monat werd ich eine los. Ansonsten sehe ich das nicht so eng. Bei manchen Leuten in manchen Kreisen rennt man wirklich gegen eine Wand, Andere sind offener, Manche ganz offen. Manchen Leuten kann im echten Leben geholfen werden, Manche lassen sich sensibilisieren, bei Anderen klappt das nicht. Alles sehr gemischt.

Deshalb: Nicht gegen Wände anrennen, sondern Wände hinnehmen und lieber dort hinrennen, wo der Boden besser ist. Wenn wirklich eine Wand kommt, die mir blöde erscheint, drehe ich mich um und lehne sie demonstrativ ab. Mit zwei Bekannten habe ich den Kontakt abgebrochen, weil ich keine Lust hatte, ihr "Mami ist die Beste" und vor allem "Papi ist selber schuld" - Gelalle anzuhören. Ganz offen. Zum Entsetzen anderer Anwesender. Früher konnte ich das nicht, aber jetzt machts mir nichts aus, jemand verbal unter Bruch der Höflichkeit eine Ohrfeige zu verpassen und ihn dann offen abzulehnen. Meine Zeit ist mein Leben und das ist zu wertvoll für Müll.

So wichtig wie die Leute halte ich die Institutionen. Bin in Schule und Kindergarten Elternsprecher und habe ganz leise und unmissionarisch einige Sachen bewirken können. Papatage, Information BEIDER Eltern, Sensibiliserung für besondere Situationen der Trennungskinder. Kleine Schritte, aber immerhin Schritte.
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#8
Es gibt da drei Gruppen:

1. Freunde und Familie

Die erfahren alles und werden als Coaches in die Strategiediskussion ganz zentral mit einbezogen.

Die konnten das anfangs nicht verstehen, aber Dank Dinos Veröffentlichungen und den faqs sowie diversen Gesprächsmitschnitten haben die die Lage verstanden und unterstützen mich.

2. Bekannte

Werden nach den Events informiert.

3. Gegnerin plus Helfer

Freundliche Hinweise, dass die mich am Allerwertesten ... können.

Wenn die finalen Themen vorbei sind, werde ich den Helferinnen und Helfern noch ein digitales Denkmal setzen.
remember
Don´t let the bastards get you down!

and
This machine kills [feminists]! 
(Donovan)
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#9
Ich handhabe das so, das ich Mittlerweile verstanden habe hier, da, dort, rennt man gegen Windmühlen. Daher reise ich das Thema nicht an.
Besser über Fussball sprechen, wie hinterfragt werden, ohne hilfe zu erhalten. Abgesehen davon, menschen Interessieren sich nicht für andere Probleme. Die die nicht betroffen sind, können oder wollen sich auch nicht mit sowas befassen.
Solche Konversationen dienen ledeglich, das Sie ein Gesprächsstoff haben.

Allerdings hilft immer wieder Kleinigkeiten. Am anfang war ich übelst Traumatisiert. Ein damaliger Freund sagte zb. das Sinnkriesen immer wieder kommen werden. Eine Freundin fragte, in welche Phase befindest dich.

An viele Sprüche ist auch was wahres dran. Daher nehm ich diese auf, und schau an. es hat ein ganz anderer Sinn wie man angenommen hat, oder nicht drüber nachgedacht hat.

Habe im Forum sehr viel Hilfe erhalten. Mit manchen schreibe ich Privat und bin sehr dankbar. Manche sachen sind für mich Persönlich schlecht zu beschreiben. An dieses wird zur Zeit gearbeitet.

Kleine Tipps wie "Gewaltfreie Komunikation" hilft mir Persönlich.
Bei unsicherheiten, Frage ich, bevor ich was mache.
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#10
Ich lebte in einem Umfeld welches komplett von den Klischees und dem falschem Gelaber der KM auf den Leim ging (und geht), nachdem ich hier komplett auf taube Ohren gestossen bin habe ich mich für eine konsequente Ausmistung entschieden. Dabei sind 98% des "Freundeskreises" entsorgt worden. Darunter auch nicht wenige "Freundschaften" von über 20 Jahren Dauer. Ich hab komplett den Glauben an das Gute und erst recht an Menschen verloren und vor allem anderen den Glauben an einen gerechten, dem Menschen dienenden, Staat.

Auch viele die sich neutral an das Thema machen und auch aktiv nachfragen schütteln ungläubig den Kopf. Selbst meine Mutter hat Probleme alles nachzuvollziehen, menschlich und rechtsstaatlich und gesellschaftlich.
Entferntere Bekannte glauben einem wenig oder gar nix oder äussern sich verwundert (vor allem wenn ich mich darüber auslasse, dass ich ohne Umgang nichts zahlen wollte) und wenden sich lächelnd ab. Niemand glaubt mann und wenn dann wissen sie, dass die öffentliche Meinung ne andere ist und ich hier eh allein dastehe.

Und da stellt sich kein Unbetroffener daneben und hält dir die Hand.

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#11
Früher habe ich jeden damit zugetextet, ob sie das nun hören wollten oder nicht und zwar so lange bis sie das auswendig herunterbeten konnten. Zu denjenigen, die sich das nicht anhören wollten, ist der Kontakt sehr schnell abgerissen.

Unterhalt war nie so mein Herzensthema. Wenn ich das angesprach, führte das schon einmal zu lautstarken Auseinandersetzungen, vor allem mit Vätern, die zahlten und ihre Kinder nicht sahen.

Heute habe ich privat überhaupt keine Lust mehr, darüber große Referate zu halten. Stattdessen zeige ich mit meinem Kind Flagge. Wir verstecken uns nicht und lassen uns auch nicht in irgendwelche Spaßghettos abschieben wie Indoorspielplätze oder so.
Das führt dazu, dass die Leute auf uns zukommen. Manchmal bekommt der kleine 10 Euro geschenkt von einem netten Senioren. Ein Staatsanwalt äußerte einmal, das wir beide (also mein Sohn und ich) zusammen gehören und er doch lieber bei mir leben sollte usw.
So ein Kind ersetzt jede Debatte und ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Ansonsten sehe ich gerade zu, dass ich bei den hiesigen Institutionen Lobbyarbeit leiste. Ich habe Kontakte ins Jugendamt, in die Schuldnerberatung zu ein oder zwei Anwälten und ich versuche gerade an ein paar Richter heranzukommen.
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#12
Regelmäßige Präsenz im Alltag mit dem Kind ist in der Tat ein Statement, man ist für die Leute nicht mehr so richtig greifbar, nicht einsortierbar. Auch ist die Mutter sehr oft bei mir, holt auch mal ab und trinkt noch einen Kaffee.

Sich nicht streiten zu müssen ist nicht nur aus Kindersicht sehr angenehm.

Bei Freizeitaktivitäten stelle ich fest das gerade Mütter aktiv auf einen zugehen und wenn sie realisiert haben, das hier ein Trennungsvater aktiv mit dem Kind unterwegs ist, wird das sehr freundlich und wohlwollend registriert.

Väter sieht man selten und wenn sind es Trennungsväter die man dann auch eher bei McDonalds, im Kino oder in besagten Indoor Tempeln sieht.

Ich vermeide Klischees, bediene sie nicht, sondern argumentiere, wenn angesprochen immer aus der Kindersicht und wie wichtig es ist (auch für die Elternteile) auf guter Elternebene zu wandeln.

Zu 2/3 höre ich das guter, regelmäßiger Kontakt zum Vater gut sei, der Rest bemüht sich dann auf die üblichen Klischees vom bösen unterhaltsprellenden Vater.

Es gibt aber auch viele Ignorante die das alles komplett tabuisieren und blocken, ohnehin also keine guten Gesprächspartner für offene Themen.

Auf den Ämtern ist das schon wieder anders, permanent wird einem unterstellt dass das Kind eh bei der Mutter den Lebensmittelpunkt hat. Selten das einem da offen Empathie entgegen gebracht wird.

Tja legt man dann eine von der Mutter verfasste eidesstaatlichen Versicherung vor, dass das Kind sehr wohl öfters als die üblichen 14 Tage beim Vater ist wird das schriftlich bezweifelt, gar in Abrede gestellt.

Dann kündigt sich auch mal gerne der Aussendienst an und schaut dann blöd wenn zufällig das Kind im eigens eingerichteten Kinderzimmer friedlich spielt.
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#13
Ein kleiner Nachtrag noch:

Nach meinen Erfahrungen sind sich die meisten Menschen durchaus der Schieflagen bewusst. Es wird allerdings nicht als übergeordnetes Thema gesehen sondern gerne als persönliches Pech abgehakt. So als hätte man plötzlich Krebs, oder so.

"Kann man nicht ändern..."
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#14
Moin zusammen,

ich danke euch für eure bisherigen Antworten, in allen steckt etwas, das ich auch so oder ganz ähnlich erlebe:
"innere Emigration" - "selber Schuld" - "so als hätte man Krebs..." - ich werde euch noch ausführlich antworten,
gerade bin ich in München mit lieben, sehr alten Freunden, die meine Situation kenne und wir wollen den Tag zusammen verbringen, darauf habe ich mich lange gefreut...euch auch einen schönen Sonntag!
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#15
Das grösste Problem ist (falsche) Scham und das blödsinnige Geschwafel, es seien i m m e r beide Schuld. Nein, so ist es nicht. In der Mehrzahl sind wir Trennungsväter Opfer. (Auch das muss man sich als Mann erst einmal eingestehen, da haben Mühe mit.)

Wir sind Opfer dieses feministisch durchgegenderten, väterfeindlichen, mutterbevorteilenden perversen Rechtsstaates.

(Dieser sogenannte Rechtsstaat gibt vor, sich für die Menschenwürde von jedem Menschen einzusetzen und das ist in etwa so glaubwürdig wie wenn die USA uns erzählen, dass sie überall auf der Welt die Demokratie und die Menschenrechte "verteidigen" würden ...... Aber das durchschauen die wenigsten. Lieber beim Fussball rumgrölen, für das "Eigen"heim (ha,ha) sich versklaven, alles nach dem Schöner Wohnen-Konzept stylen ...... Mitgefühl für andere Menschen würde einen zu solchen Einsichten führen ...)

Wir sind (mehrheitlich) Opfer von Frauen, die am Medeakomplex leiden und ihre Rachsucht an uns ausleben. Armselige Gestalten, die scheinheilig wie sie sind, von den meisten Menschen verkannt werden. In ihrer Kindheit sind sie selbst GEFOLTERT worden von ihren Eltern. Also nicht hin und wieder mal eine Tracht Prügel, nein vieeeel schlimmer. Sie wurden als kleine Kinder z.B. durch Anschweigen in T o d e s a n g s t versetzt, bis sie sich total unterworfen haben. Nie wieder werde ich das und das machen, ich werde i m m e r alle Wünsche der Eltern bedingungslos erfüllen .... . Heute laufen diese Frauen (es gibt natürlich auch Männer, die so misshandelt wurden) als scheinheilige, seelenlose Zombies durch die Gegend und leben das, was sie früher erlben mussten SELBST aus! Echte mitmenschliche Gefühle, Anteilnahme, Empathie konnten sie durch die Folterei nicht ausbilden. Aber sie s p i e l e n uns das vor. Schein statt Sein. ....

Stellt nicht euch (also Ausnahmen gibt es immer ) selbst in Frage, sondern eure Exen! Erinnert euch und macht eine Analyse. Wenn ihr euch dann sicher seid, könnt ihr auch andere davon überzeugen, mit der Zeit. Erst einmal schauen sie euch ungläubig an und glauben euch gar nichts. Je cooler und unaufgeregter ihr diese ungeheuerlicher Wahrheit darlegt, um so interessierter werden sie zuhören und um so überzeugender seid ihr. Ihr dürft nicht darüber sprechen, wenn der Schmerz noch da ist.
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#16
(14-06-2015, 11:02)zeitgenosse schrieb: In ihrer Kindheit sind sie selbst GEFOLTERT worden von ihren Eltern. Also nicht hin und wieder mal eine Tracht Prügel, nein vieeeel schlimmer. Sie wurden als kleine Kinder z.B. durch Anschweigen in T o d e s a n g s t versetzt,

Jetzt hast Du mich sprachlos gemacht. Meine Ex hat immer zu mir gesagt, dass sie es gehasst hat, wenn ihre Eltern sie pausenlos angeschwiegen und stattdessen strafend und fragend angeschaut haben. Sie behauptete auch immer, dass daher ihre Ängste kommen. Ihre Eltern waren - ehrlich gesagt - wirklich komisch, aber imho keine Unmenschen. Vom Gefühl her wusste man bei ihren Eltern nie, woran man ist.

Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber. _CD

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#17
(14-06-2015, 11:02)zeitgenosse schrieb: Das grösste Problem ist (falsche) Scham und das blödsinnige Geschwafel, es seien i m m e r  beide Schuld.

Mit wollte mal einer (selber so ne Art SozPäd) einreden, beide Eltern würden es halt nicht auf die Reihe kriegen und deshalb zum armen, armen Staat rennen, der dann ihren Mist richten soll. Der Staat würde nur reagieren, den Mist bauen die Eltern. Argumente, dass mir dieser Staat von Anfang an absichtlich eine Eisenkugel ans Bein bindet, z.B. mit §1626a BGB prallten an ihm ab.

Still ist er geworden, als ich mich auf seine Seite gestellt habe und seine Ansicht bekräftigte. Sagte, dass ich auch finde, die Eltern müssen hinbekommen, der Staat solle sich nicht einmischen. Er habe völlig recht, richtig wäre es doch, wenn ich einfach zur Ex fahre, die Tür mit angemessenen Mitteln aufmache, reingehe, das Kind mitnehme. Alles paletti. Wir bräuchten eigentlich gar keine Staatsrichter und Umgangsregelungen und Sorgerecht und Jugendamt, ich könnten das auch ohne schaffen. Des Staat solle sich raushalten und die Finger von uns lassen. Das war das Ende der Diskussion.

Wenn mir danach ist und es Spass bringt, mache ich solche Diskussionen gerne mit. Wenn nicht, dann nicht. Beim letzten Treffen mit einer Schwägerin fragte sie nach dem Trennungkind. Ich sagte ihr, was damit ist hätte ich ihr schon oft erzäht, begriffen hätte sie trotzdem nichts, ich hätte keine Lust das zu wiederholen und auch keine Lust mehr, ihr irgendwas zu sagen. Die Runde wurde plötzlich peinlich leise, aber man hat diese deutliche Grenzziehung akzeptiert.

Das Schöne an unserem Trennungsvaterzeug ist doch, dass man keinen Respekt mehr hat, vor niemand, und auch sonst wird einem einiges egal. Wir haben hinter so manche Kulissen geblickt, tief kratzende Einsichten und Einblicke in Bereiche unserer Gesellschaft genommen, Dinge erlebt die uns sehr verändert haben.
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#18
(14-06-2015, 13:02)p__ schrieb: ... Argumente, dass mir dieser Staat von Anfang an absichtlich eine Eisenkugel ans Bein bindet, z.B. mit §1626a BGB prallten an ihm ab.


Dabei ist der klar formuliert - Abs.3:
"(3) Im Übrigen hat die Mutter die elterliche Sorge."

---

Bei mir wurde am Anfang Unglauben geäußert - selbst von direkten Familienmitgliedern. Dort änderte sich das Bild schnell, nachdem man die Trennungsverfügung und die Unterhaltsfestlegung (damals ca. 4,5 kEUR) gelesen hatte. Als dann noch die Behörden versuchten den Kontakt zwischen mir und meiner Tochter zu beschneiden, rumzulügen und illegale Methoden anwandten, war man in der Realität angelangt. (In so einer Situation ist es schonmal gut, nicht auch noch von den engsten Vertrauten angefeindet zu werden.)

Der Freundeskreis versuchte mich zu verstehen und sogar zu unterstützen. Flüchtige Bekannte und entfernte Freunde kann man in zwei Lager aufteilen. Die einen, die die familienrechtliche Situation kennen und mir ständig davon abraten, mich weiter damit auseinanderzusetzen oder sogar einfach das Land zu verlassen, ohne die Konsequenzen zu bedenken.  Und die anderen, die die familienrechtliche Situation nicht kennen, davon ausgehen, dass alles schon irgendwie rechtlich einwandfrei zugeht und mir die Situation anlasten. Spitzenreiter war sicherlich ein Mitfahrer, der nach mehrstündiger Diskussion im Auto meinte, dass ich da wohl in einen 'Cult' hineingeraten wäre Wink  Dann gabs noch welche, die meine Situation zum eigenen Vorteil finanziell oder anderweitig ausnutzen wollten (da rede ich nicht von meinen Anwälten).

Generell würde ich heute jedem raten, Hilfe und Unterstützung in der eigenen Familie, dem engen (!) Freundeskreis oder Väter freundlichen, bekannten Beratungsstellen und Vereinen zu suchen. Mit dritten sollte man sich nur im Allgemeinen über das Familienrechtssystem auszutauschen aber keine Details zum eigenen Fall diskutieren - es gibt genug öffentliche Fälle, die dafür geeignet sind.
BM-2cUtSwJnsKAXmyCrqc9vSXJXY7kasczcjy
/r/Trennungsfragen  -  tinyurl.com/GdrFukc
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#19
Petrus, ergänzen möchte ich noch die berufliche Situation, vor allem in Büros sollte man tunlichst vermeiden über das Thema zu sprechen.

Zum einen weil dort immer der ein oder andere, vom Neid und Ehrgeiz zerfressene Aasgeier nur wartet, um dir den Dolch in den Rücken zu jagen und gerade bei den meisten Chefs gilt man schnell als nicht mehr belastbar und unmotiviert.

Wer einen Ex-Partner in der selben Firma und schlimmer noch in der selben Abteilung hat, sollte seinen Job wechseln - an der Stelle gilt der alte Spruch " Office fuck, never luck", besonders!

In einer aktiven Trennungssituation sollte man sich eine Auszeit nehmen, um zu sich zu finden, um alternative Perspektiven erkennen zu können.
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#20
(14-06-2015, 13:02)p__ schrieb: Das Schöne an unserem Trennungsvaterzeug ist doch, dass man keinen Respekt mehr hat, vor niemand, und auch sonst wird einem einiges egal. Wir haben hinter so manche Kulissen geblickt, tief kratzende Einsichten und Einblicke in Bereiche unserer Gesellschaft genommen, Dinge erlebt die uns sehr verändert haben.

Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis p. Mit der Menschenkenntnis, die wir uns hier aneignen sind wir anderen Psychohanseln, Psychopillendrehern, Sozialarbeitern .... um Jahrhunderte voraus. Soweit kommen die nur in ganz, ganz, ganz seltenen Ausnahmefällen (ich rede nicht von Sk....) .

Das sollte man wie eine Art Entschädigung vom lieben Gott ansehen. Der liebe Gott, der es mit uns Vätern gut meint und uns nun nach all dem Leid die Erkenntnis schenkt, dass wir heute - so geht es jedenfalls mir - seeeehr schnell merken auf welchem Dampfer die ein oder andere Dame oder auch Herr unterwegs ist. Die Niedertracht in Verbindung mit Rachsucht und Eifersucht, herbeigeführt durch Folter in der Kindheit, erkenne ich heute seeehr schnell.
 
at raid
Ja Schweigen ist Folter. Stell dir deinen Jungen vor, und stell dir vor, er würde bei dir leben und jetzt wäre was passiert und du würdest über TAGE nicht mehr mit ihm reden. Das bringt Todesängste mit sich. Dagegen ist alles andere, was Eltern so veranstalten harmlos.
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#21
Mir ist mittlerweile zwar vieles egal (geworden), allerdings nicht, weil mich das Ganze irgendwie gestärkt hat, vielmehr, weil ich durch diesen brutalen Wahnsinn zu einem gebrochenen Mann (gemacht) wurde. Ich vergleiche es mit einem extrem traumatisierenden Krieg, da kommt man auch nicht mit Muckis bepackt und mit überwältigender Psychopower zurück sondern fix und fertig und mit unvorhersehbaren Langzeitschäden. Vielleicht verarbeitet man ja noch einen Krieg, jedoch keinen zweiten - vor allem nicht, wenn der Beschuss von der Gegenseite z.B. Ex und evtl. noch Beistand, etc. nicht aufhört.

Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber. _CD

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#22
Raid, das mit dem "gebrochenen Mann" würde ich mir noch einmal überlegen , also ob du diese Sichtweise wirkliche weiter für dich einnehmen möchtest. Dein Arzt sagt, wenn ich mich recht erinnere, dass du ein harter Brocken bist. Er wollte dir noch nicht einmal eine Depression attestieren, oder? Das - und auch dein ungbrochener Wille mit der Situation irgendwie fertig zu werden, weist irgendwie nicht darauf hin, dass du "gebrochen" bist. Ich sehe dich und viele hier als sehr robust an.
Also klar, man war im Krieg, aber man hat ja seine Anständigkeit bewahrt (im Gegensatz zu Exen, die allesamt der Niedertracht anheim gefallen sind). Das ist enorm viel wert, dass die meisten von uns sagen können, dass sie ein (mehr oder weniger) reines Gewissen haben. Also weil die meisten von uns eben ein Opfer dieser miesen, niederträchtigen Machenschaften sind. Wir müssen keine Angst vor dem jüngsten Gericht haben und wir können bei der nächsten Beziehung mit Fug und Recht sagen, dass wir uns in der letzen Beziehung anständig verhalten haben, dass wir ehrlich sind, dass wir Gefühl haben. Das haben die Exen von uns ALLES nicht! So gesehen sind wir REICH.
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#23
Moin

eure Antworten haben mir den Spiegel vorgehalten - ich habe inzwischen viele Stadien dieses Irrsinns durchlaufen
und bin auch sicherlich noch lange nicht am Ende des Tunnels angekommen.

Es hat Methode. Wenn man das begreift, wird vieles leichter.
Und: Ja, die These "beide sind Schuld" ist häufig unwahr, auch ich war von heute auf morgen Trennungsvater,
meine Ex zog zum Next und ich schaute in die Unterhalts-Röhre.

Bei der Arbeit platzt mir manchmal noch der Kragen, wenn ich jüngere Männer in ihr Unglück rennen sehe und
auch gestandene Männer die längst getrennt oder geschieden sind noch immer nicht begriffen haben, was ihnen nun blüht und
wer dafür die volle Verantwortung trägt.

Bei mir kommt dazu, dass ich seit 6 Jahren keinen Kontakt mehr zu meinem Kind habe, außer über Anwälte und Gerichte.
Das ist für die meisten Außenstehenden sehr schwer zu verstehen, dass man auf diese Weise mit dem Kind kommuniziert
und nicht einfach klaglos alles hinnimmt, was die andere Seite begehrt.

Ich lasse mich nicht mehr über mein schlechtes Gewissen zum Zahlesel machen, meine Liebe gibt es nicht für Geld.

An den Rechtsstaat glaube ich auch nicht mehr, da fällt viel Spielraum weg, mit dem man uns Väter ansonsten erfolgreich manipuliert.

Ich bin psychisch stabil, mir geht es jetzt viel besser als in der Ehe mit meiner Ex - auch das eine Niederlage für sie.

Ansonsten sage ich mir oft: weiteratmen, weiterleben. 
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#24
(16-06-2015, 11:10)suppenkasper schrieb: Ich lasse mich nicht mehr über mein schlechtes Gewissen zum Zahlesel machen, meine Liebe gibt es nicht für Geld.

Schon die Prämisse ist ungültig, das schlechte Gewissen. Ich habe ein gutes Gewissen und handle ethisch einwandfrei. Aus diesem Bewusstsein heraus versuche ich zu raten und zu helfen oder eben nicht. Zeitverschwendung zu vermeiden für Leute, die die blaue Pille statt der roten Pille bevorzugen gehört auch dazu. Halte dich nicht mit zwanghaften Unglücksrennern auf.
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#25
(16-06-2015, 11:10)suppenkasper schrieb: Bei der Arbeit platzt mir manchmal noch der Kragen, wenn ich jüngere Männer in ihr Unglück rennen sehe und

auch gestandene Männer die längst getrennt oder geschieden sind noch immer nicht begriffen haben, was ihnen nun blüht und
wer dafür die volle Verantwortung trägt.
Ich unterlag mal der Versuchung, Aufklärungsarbeit zu betreiben. Als Antwort kam meist, "Mir wird das nicht passieren." So denn - dir auch Tschööö!
An dieser Stelle erinner dich mal einen Schritt zurück Suppenkasper, als alles noch nicht schlimm war. Hättest du jemanden zugehört wenn er dir gesagt hätte wie schlimm es wird.
Wahrscheinlich kaum, denn es läuft ja alles rosig bis mittelprächtig.

Erwachsene verhalten sich leider eben doch noch sehr oft wie kleine Kinder und Kindern kann man zwar sagen das Brennesseln schmerzhaft sind, ihnen aus dem Weg gehen tun sie aber erst, wenn sie diese schmerzhafte Erfahrung gemacht haben. Erst an dieser Stelle tritt ein Lerneffekt ein. Eingreifen sollte man lediglich nur dann, wenn Beispielsweise absehbar ein Kind versuchen würde 5 Meter von einem Baum zu springen, oder auf eine Herdplatte zu fassen. Dass das nicht gut geht, ist hier allen klar. Übertragen wir das mal wieder auf uns Erwachsene.

Ich hab es mir zur Tugend gemacht nur noch auf ganz konkrete Anfragen hin überhaupt noch bereit zu sein, ein ganz klein wenig zu erzählen, denn die schmerzhafte Erfahrung möchte ich den Leuten da draussen nicht mal mehr nehmen. Wenn ich sehe das jemand Puls hat, erst dann komme ich auch schon mal aus dem nichts, muss aber auch eingestehen. Alle Kinder kann ich nicht retten!

Das grösste Leiden von uns entsorgten Väters ist unsere über die Massen hohe Theatralik. Die grossen Storys, die riesen Ungereimtheiten, das massive Wissen. Das weitläufige Volk da draussen versteht uns nicht und das wird aller Voraussicht nach auch niemals klappen.

Auf das Threadthema "wie in der Öffentlichkeit mit der FAQ umgehen?" mein Versuch einer Schilderung. Macht die Portionen kleiner, verabreicht den Leuten eine kleinere Dosis von unseren Problemen, das kann einfach hinreichender verarbeitet werden. Es klingt auch einfach erträglicher. Erst wenn die Situation eine hohe Aufmerksamkeit hat, dann die Peitsche.

Ein Kumpel wollte in naher Zukunft heiraten. Ein uns gemeinsamer Bekannter verabreichte diesem eine fette Überdosis. Bist du des Wahnsinns, Heiraten ist ein Vertrag, wenn ihr euch scheiden lasst und Unterhalt und überhaupt, das lass ich nicht zu. Das hatte eine derartige Fülle an Informationen das unserem gemeinsamen der heiraten wollte, ihn bei allen Anklagepunkten nicht mehr folgen konnte. Zu einem anderem Tag und Zeitpunkt fragte mich unser gemeinsamer Kumpel, wie es denn sein kann das gerade ich nichts dazu gesagt hatte. Hab ich mir nicht nehmen lassen, also sagte ich einfach nur: "Heirate du mal! Ich hoffe du hast an alles gedacht." Das hat gesessen, sein Kopf rotierte, denn er musste sich jetzt alles selbst zusammen denken. Wirklich ausserordentlich schade um die kostenlose Mahlzeit, die Hochzeit ist nun vom Tisch, die Frau auch.
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