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Umgangsverweigerung geht wieder los. ich weiss nicht ob ich es nochmal schaffe
#26
Die Geschichte von ArJas Tochter zeigt sehr deutlich die Unmöglichkeit einer gelungenen Erziehung bei hochstrittigen Elternpaaren auf.

Hier gibt es einen Vater, der (zu Recht) darüber enttäuscht ist, dass sich die gemeinsame Tochter ihm gegenüber nicht an Abmachungen hält und die Oma väterlicherseits lieblos behandelt. Gleichzeitig freut sich dieser Vater aber zu hören, wenn die Tochter der Mutter, also seiner Ex, gegenüber ungezogen ist.

Analog klagt die Mutter darüber, wenn das Kind bei ihr aufsässig ist, kommt aber ihrerseits nicht auf den Gedanken die Tochter daran zu erinnern, sich doch kurz beim Vater oder bei der Oma zu melden.

Das Kind erfährt also ständig und von beiden Seiten, dass gutes Benehmen und Sozialverhalten keine absoluten Werte sind, sondern etwas, das nur goutiert wird, wenn man es einer bestimmten Seite entgegenbringt. Die jeweils andere Seite soll man nämlich genau andersrum behandeln.

Diesen Zwiespalt (bei der Mutter zur mütterlichen Familie nett und höflich sein, aber Vater und Oma väterlicherseits möglichst stiefmütterlich behandeln; beim Vater zur väterlichen Familie nett und höflich sein, wobei es sehr gut ankommt zu erzählen, welche Konflikte mit der Mutter auftreten) hält eigentlich kein normaler Mensch auf die Dauer aus.

Und die einzige Möglichkeit, sich diesem Irrenhaus, das die beiden Eltern da aufgebaut haben, zu entziehen, besteht eben für ein Kind darin, sich ganz konkret auf eine Seite zu schlagen. Dadurch erfährt es zumindest Konstanz anstelle des Chaos, dass das Wertesystem, nach dem sein Verhalten beurteilt wird, alle 14 Tage wechselt.
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#27
Als Vater - vor allem in diesem väterfeindlichen Land - hat man (zurecht) Angst sein Kind zu verlieren. Man muss sich aber dennoch vor Augen führen, dass man lebt und seine Kräfte, soviel möglich war, für's Kind eingesetzt und es mit Liebe und Zuneigung überschüttet hat. Trotzdem wendet sich das Kind immer wieder ab und lässt sich vom anderen Elternteil manipulieren. Dagegen ist man machtlos. So macht es mehr Sinn dezent auf Abstand zu gehen, allerdings nichts einzustellen sondern z.B. dem Kind mitzuteilen, dass man es gerne sehen würde, und zukünftig ohne Angst und Verzagen auf das Kind zuzugehen.

Man kann es natürlich auch anders sehen. Wer es bist zum 12.Lebensjahr des Kindes nicht geschafft hat über all die Jahre eine tragfähige Beziehung zum Kind aufzubauen, der hat schlichtweg etwas falsch gemacht (glaube ich bei ArJa allerdings nicht!) oder das Kind ist einfach ein kompletter Tiefflieger und dumm und genauso berechnend wie die Mutter. Mit Sanktionen wird man bei so einem Kind evtl. noch am ehesten was erreichen. Aber sind dann die Liebe und Zuneigung vom Kind echt bzw. ehrlich? Jemanden zu finanzieren bzw. beschenken, der mich nicht mag bzw. mit mir nichts zu tun haben will, wäre sry pervers oder sogar Stalking.

Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber. _CD

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#28
Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann steht das Kind gar nicht erst vor der Wahl, sich so oder so verhalten zu müssen, oder sich auf eine Seite schlagen zu müssen. 

ArJa hat nichts mehr zu verlieren. Er hat getan was er konnte. Daher sollte er aufhören, sich weiter zum Affen zu machen. Und genau das tut er. Nur traut sich keiner, ihm das zu sagen. Stattdessen wird geheuchelt was das Zeug hält und es werden Taschentücher gereicht.

Ich sage das so krass, weil ich damals losgelassen habe. Nur so konnte ich anfangen, zu mir zu kommen. Bis dahin fraßen mich diese vielen bescheuerten und teils absurden Schriftsätze von Gericht, Verfahrenspflege Jugendamt und Anwältinnen innerlich auf. Da kann mal schnell durchdrehen bei. Das Zeug läßt einen einfach nicht los. Und im schlimmsten Fall kloppen andere Betroffene gar noch auf einen drauf. Wenn man vor Gericht keinen Erfolg hatte.

Aber. Loslassen heißt nicht vergessen. Das ist auch so eine absurde Behauptung angeblicher Experten. Die daherkommen mit Parolen wie Du hast dein Kind im Stich gelassen!

Egal, wie sich ArJa entscheidet. Seine Entscheidung werde ich respektieren.

Denn unsere Freiheit hört da auf, wo die Nasenspitze unseres Gegenüber beginnt. (Santiano)
Wer Deutschland für kapitalistisch hält, hält auch Kuba für demokratisch. G.W.
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#29
Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe - Kontakt zum Kind und Umgang sind nur möglich, wenn Mutti will.

Wenn Mutti nicht will, dann wird das auch nichts. Dann sollte man sich die Leiden ersparen und aufhören. Dem Kind mitteilen, dass man es lieb hat und dass es jederzeit kommen kann, die Türe sei offen. Aber danach aufhören, gegen den Rest der Welt unbedingt sein Vatersein durchsetzen zu wollen.

Bei manchen der redlichen Väter hier habe ich den (subjektiven) Eindruck, dass ihnen vom Leben nur diese Rolle des unbedingt-Vater-sein-wollen geblieben ist, ansonsten das Leben entgleiste.

Kann mich irren, aber das ist mein Eindruck.
Bibel, Jesus Sirach 8.1

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#30
Es bringt nichts, das zu bewerten. Die Grenze ist individuell und keine scharfe Linie. Was der Eine mit "krampfhaft Vater sein wollen" kritisiert, kann der Andere mit "vorzeitig das Kind aufgeben" kritisieren.

Wir können nur Folgen und Wege schildern, damit der Vater mehr Informationen hat, um seine Entscheidung zu treffen. Je mehr er über die Auswirkungen und Gründe von Entscheidungen weiss, desto angemessener und solider wird die Entscheidung.
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#31
Ich kann mich p nur ausdrücklich anschließen.

In der örtlichen Väter/Elternberatung erlebe ich es seit Jahren immer wieder in der Spannweite von:
Die einen müssen ersteinmal mit sich ins Reine kommen, anderen können robuste Rechtswege weiterhelfen, für andere ist Loslassen, ein radikaler Schnitt die beste Lösung.

Die Umstände, die persönlichen Situationen, die Möglichkeiten der Betroffenen, ihre Wege und Ziele sind derartig unterschiedlich, daß es keine pauschalen Tipps, kein richtig oder falsch geben kann.

S.
Geht die Sonne auf im Westen, muss man seinen Kompass testen.
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#32
Ich kann mich skipper nur ausdrücklich anschließen!

Da die Situation von Vater zu Vater wie bereits geschildert eine hohe Diversifikation hat muss jeder Fall individuell betrachtet werden.

Was den einen Vater erfolgreich vor Gericht ziehen lässt, zieht den anderen Vater erst richtig in den Abgrund.

Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, es gibt nur die individuelle Lösung im Einzelfall.
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