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Umgangskinder werden abgetrieben / SGBII von SPD/CDU
#26
Gut, aber konsquent zu Ende gedachtet, bedeutete das ja, dass der harzende bzw. aufstockende Umgangselternteil seine Kinder während der Umgänge von seinen 399 Euro ernähren müsste, was wiederum zufolge hätte, dass sein eigener Lebensunterhalt gefährdet ist. Ich denke bereits ab 2 Kindern könnte es dann sehr eng werden.

Das wäre ja dann so, als verleugnete man Umgang und hier heraus Bedürfnisse während dieser Zeit.

Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber. _CD

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#27
Mal abgesehen davon bin ich froh, wenn bei mir der Umang überhaupt klappt, sich die Kindesmutter an den Beschluss hält. Dann kommt natürlich noch die finanzielle Frage. Man kann also deutlich erkennen, dass wir Trennungsväter uns irgendwo in einem ziemlich rechtsfreien Raum bewegen.

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#28
(28-10-2015, 11:54)raid schrieb: Das wäre ja dann so, als verleugnete man Umgang und hier heraus Bedürfnisse während dieser Zeit.

Ja. Ganz genau. Ist so gewollt oder die Verlagerung der Leistungsmodalitäten in die Gerichtssääle wird eben billigend in Kauf genommen. Dem BMAS ist es doch egal, ob der 399 Euro Vater sich dann an dem Familien- und Sozialgericht abarbeitet. Verwaltungspraktikabilität kommt bei denen vor Grundrechtsschutz. Für Sozialgerichtsverfahren zahlen die JC ja nix und was im Familienrecht abgeht, ist herzlich egal.
"Du Mama. Wenn Papa tot ist kauf ich mir meinen eigenen Ponyhof!" - CosmosDirect Lebensversicherung, 2007

Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Vater
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#29
Erste Berichte über die temporäre BG gehen zurück bis in das Jahr 2006 und nun haben wir das Jahr 2015. Fast neun Jahre lang hatten also Väter und ihre Kinder während der Umgangszeit im Idealfall genug zu essen. Nun aber soll die temporäre BG abgeschafft und kein Ersatz dafür geschaffen werden, folglich Kinder und ihre Väter während der Umgangszeit nichts mehr zu essen haben dürfen. Für mich ist die Sache deshalb noch nicht rund. Meinetwegen gibt es keine temporäre BG mehr, aber trotzdem muss irgendwie geregelt werden, was während der Umgangszeit auf den Tisch kommt, wenn der Vater selbst hilfebedürftig ist.

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#30
(28-10-2015, 15:21)raid schrieb:  Nun aber soll die temporäre BG abgeschafft und kein Ersatz dafür geschaffen werden, folglich Kinder und ihre Väter während der Umgangszeit nichts mehr zu essen haben dürfen.

Du solltest wirklich ins dramatische Fach wechseln.

Als konstruktive Lösung:

https://foodsharing.de/#map
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#31
(28-10-2015, 16:42)Theo schrieb: Du solltest wirklich ins dramatische Fach wechseln. 

Würdest Du deine Frau nicht supporten, könntest Du mind. zwei Väter mit ihren Kindern ernähren. Das wäre dann zwar nicht dramatisch, aber sinnvoll(er) Smile

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#32
Nicht alle "HartzIV"-Aktivisten scheinen die Problematik der BG-Änderung zu erkennen. Einige schon:


Zitat:Getrennt lebende Eltern, die die Kinder abwechselnd bei sich haben wollen (temporäre Bedarfsgemeinschaft), müssen in Zukunft nachweisen, dass diese Aufteilung „halbe halbe“ erfolgt. In der Praxis wird sich dies aber wegen der vorgegebenen Bindung an Kindergarten oder Schule kaum ausgewogen machen lassen. Der Elternteil, der weniger als 50% der Aufenthaltszeit bestreitet, bleibt in Zukunft unberücksichtigt.  Eine private Aufteilung zwischen beiden Elternteilen wird in der Praxis wohl eher nicht gelingen, sei es wegen Trennungskonflikten, sei es wegen der Dürftigkeit und Unzulänglichkeit der Sätze. Letztlich verschärft man die Probleme von Trennungsfamilien, nicht zuletzt auf dem Rücken der Kinder.
http://tacheles-sozialhilfe.de/startseit.../d/n/1902/

Worum es wirklich geht: Der Staat will an den Kindesunterhalt ran, das Einkommen der Kinder. Er will den Müttern vorschreiben, wie sie den zu verwenden haben (was Väter natürilich nie nicht dürften.... Angry )
# Familienrechtslogik: Wer arbeitet, verliert die Kinder. Wer alleinerziehend macht, kriegt alles. Wer Kindeswohl sagt, lügt #
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#33
Für mich stellt sich nach wie vor die Frage, wie nun alg2-empfangende Väter, die z.B. an 8 Tagen im Monat oder mehr oder auch weniger ihre Kinder betreuen, diese ernähren sollen? Da muss doch noch was kommen. Meinetwegen werden Kinder der hauptbetreuenden BG zugerechnet, aber Kosten für die Kinder entstehen auch während dem Umgang.

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#34
(10-11-2015, 14:48)raid schrieb: Da muss doch noch was kommen.

Welche nichtexistente Väterlobby soll das dem BMAS denn schmackhaft machen? Der Status Quo wird dann erst einmal wieder der sein, den wir vor 2011 hatten. Die finanziell besser gestellten KU-Zahler können dann wieder viel Geld in Familiengerichtsverfahren verbrennen, um die Umgangskosten bei der Unterhaltschuld berücksichtigt zu bekommen. Die einkommenslosen KU-Schuldner und Aufstockerpapas dürfen dann wieder den Instanzenweg durch die Sozialgerichte gehen. Mission erfüllt. Die SGBII-Verwaltung ist entlastet, der Papierkrieg in die Justiz ausgelagert. Das ist im Grunde genommen ja heute schon so. Aber man will es wohl auf die Spitze treiben.

Zitat:Das Präsidium des Sozialgerichts Leipzig stellt fest, dass es nicht mehr möglich ist, Rechtschutz
in angemessener Zeit zu gewährleisten.

http://www.justiz.sachsen.de/sgl/downloa...4-2014.pdf

Mal als Beispiel, wohin das in jahrelanger Prozessiererei führen kann:

Herr Herrmann aus Essen hat Ende 2013 vor dem BVerfG bewirkt, das die Vorinstanz den bislang verwehrten Wohngeldanspruch für die bei ihm zeitweise lebenden Töchter erneut prüfen muß. Die Kinder sind zu diesem Zeitpunkt fast oder schon volljährig. Mit dem ersten Rechtszug hat er 2009 angefangen. Anfang Dezember 2014 bekommt er für seine freche Verfassungsbeschwerde vom OVG Gelsenkirchen die Quittung und verliert letztlich. Der Wortlaut des Urteils ist ein riesiger Tritt in den Hintern für alle engagierten Väter, denen es nur formell am Sorgerecht fehlt. So konstatieren die Richter sinngemäß: "Du nix Sorgerecht, also du nix Wohngeld."

Essener erstreitet Wohngeld vor dem Bundesverfassungsgericht

http://www.derwesten.de/staedte/essen/ma...17388.html

Das er das beantragte Wohngeld letztlich nicht erstritten und das Oberverwaltungsgericht sich erneut verweigert hat, wurde nirgendwo mehr in der Presse erwähnt.

http://openjur.de/u/758868.html
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Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Vater
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#35
Das muss einem doch jmd. sicher sagen können.

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#36
(10-11-2015, 16:24)raid schrieb: Das muss einem doch jmd. sicher sagen können.

Frag Frau Nahles doch selber.

http://www.abgeordnetenwatch.de/andrea_n...stion_form
"Du Mama. Wenn Papa tot ist kauf ich mir meinen eigenen Ponyhof!" - CosmosDirect Lebensversicherung, 2007

Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Vater
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#37
Berufliche Qualifikation von Frau Nahles:
Literaturwissenschaftlerin M. A.

Kein Wunder, dass die keine Ahnung hat.

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#38
(10-11-2015, 14:48)raid schrieb: Da muss doch noch was kommen.
Von alleine und von Forengejammer kommt nichts.

(10-11-2015, 14:48)raid schrieb: Für mich stellt sich nach wie vor die Frage, wie nun alg2-empfangende Väter, die z.B. an 8 Tagen im Monat oder mehr oder auch weniger ihre Kinder betreuen, diese ernähren sollen?
Na, ich würde vorschlagen dazu die Instanz der Kindeswohldienlichkeit zu befragen: den Scharzen Peter sofort ans Familiengericht weitergeben, wenn diese Rechtslage eintritt:

Motto: leider keine Mittel für Umgang verfügbar - daher Antrag entweder Umgangsausschluss wegen Sozialleistungsmangel oder Wechselmodell.
-> Wenn Sie nicht sagen, woher die Mittel für Umgang beim Aufstocker kommen sollen, dann müssen sie Umgangsausschluss beschließen. Kinder hungern lassen, geht nicht.
-> Wenn sie den Zugang zu Sozialleistungen in beengten Verhältnissen erhalten wolllen, dann müssen sie Wechselmodell erreichen( vergleichen oder beschließen).
-> oder es entsteht ein Vergleich in dem die Kimu verpflichtet wird, die Mittel aus KU+KG weiterzugeben (das löst jedoch nicht das dann entstehende Anrechnungsproblem)

Aber bevor es soweit ist: Werde aktiv!
Stelle doch deine Frage an alle Politiker, die du erwischen kannst - und poste hier ihre (womöglich dämlichen) Antworten.
# Familienrechtslogik: Wer arbeitet, verliert die Kinder. Wer alleinerziehend macht, kriegt alles. Wer Kindeswohl sagt, lügt #
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#39
Wenn es so kommt wird man familienrechtlich die Herausgabe der Mittel beantragen müssen. Wenn ich richtig informiert bin, geht es her um einen Referentenentwurf. Da fließt noch viel Wasser. Außerdem muss das erst einmal Verfassungskonform umgesetzt werden. Da habe ich auch so meine Zweifel.

Ansonsten muss man bei Schlupflöchern, und letztlich ist die temporale BG eines, immer damit rechnen, dass sie irgendwann geschlossen werden. Meistens tun sich dann aber dabei neue auf. Man wird sehen.

Und die 45 EUR, um die es bei einem Kind und Standardumgang geht, kann man ja nun auch irgendwie erwirtschaften. Man muss auch nicht alles dramatisieren.
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#40
(10-11-2015, 17:14)the notorious iglu schrieb: ....... wird man familienrechtlich die Herausgabe der Mittel beantragen müssen. ......
Ja und? Dann wird es beim "alleinstehenden Vater" bedarfsdeckend angerechnet. Was wäre damit gewonnen?

(10-11-2015, 17:14)the notorious iglu schrieb: ..... bei Schlupflöchern, .....
Offensichtlich teilst du die Geringschätzung gegenüber höchstrichterlicher Rechtsprechung und der Verfassung mit den Jobcentern. Ich finde deine Verniedlichung nicht zielführend - zumal ich schon erste "Abtreibungsbescheide" kenne. Für diese Väter sind die Umgangskosten keine Peanuts.

(10-11-2015, 17:14)the notorious iglu schrieb: Und die 45 EUR, um die es bei einem Kind und Standardumgang geht, kann man ja nun auch irgendwie erwirtschaften. Man muss auch nicht alles dramatisieren.
Es soll Leute geben, die nicht nur ein Kind haben und nicht nur Volksfestpapa sind.

Mach mir mal nen Vorschlag, wie soll man z.b. 12 Tage Umgang monatlich mit drei 12-16Jährigen "irgendwie erwirtschaften"? Oder zwei 10-12Jährige, die 400km entfernt wohnen an jedem 2.Woe darstellen?
# Familienrechtslogik: Wer arbeitet, verliert die Kinder. Wer alleinerziehend macht, kriegt alles. Wer Kindeswohl sagt, lügt #
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#41
Wie sollte es bei jemandem, der unterm Freibetrag oder unter der Einkommensfiktion liegt, bedarfsdeckend angerechnet werden? Außerdem ist das Sozialgeld Anspruch des Kindes und wie kindliche Ansprüche verteilt oder verwendet werden, kann man im Streitfall durchaus familiengerichtlich feststellen lassen analog zur Vermögenssorge.

Ich habe eine gewisse Geringschätzung ggü. Leuten, die mich aufgrund einer Meinungsverschiedenheit, die sich zudem noch auf Begrifflichkeiten beschränkt mit ihrer auswendig gelernten Kampfrhetorik eindecken. Das erinnert mich irgendwie an Emmermann. Ebenso empfinde ich eine gewisse Geringschätzung ggü. der gut eingeübten Sitte in diesem Forum alles mit Schreckenszenarien zu möblieren, bevor überhaupt etwas passiert ist und bevor noch jemand weiß was überhaupt Sache ist.

Mich beschleicht da auch ein gewisses deja vu. Mir ist so, als wurde diese Sau schon vor einem Jahr oder zweien durchs Dorf getrieben. Passiert ist, wie zu erwarten war, nichts.

Die temporäre BG ist eine richterliche Krücke, die nur die Geringschätzung des Gesetzgebers unterstützt, keine Regelungen für Trennungsfamilien und insbesondere Trennungsväter zu treffen. Also belehr mich bitte nicht über den hohen Wert dieses aus der Not geborenen "Richterrechts".

Ich hatte eine leichte Ahnung, dass meine Worte Widerspruch provozieren. Ich hatte auch die leichte Ahnung, dass hier aus rhetorischen Gründen wieder alles Mögliche durcheinander geworfen wird. Der atypische Mehrbedarf soll doch nicht abgeschafft werden, oder? Habe ich da etwas überlesen, oder warum kommst du jetzt mit der Entfernung?

Als sturmerprobter Trennungsvater sollte man schon eine gewisse Resilienz entwickelt haben, so dass die eigene Existenz nicht an einer (möglichen) Gesetzesänderung oder an ein paar Euro zerbricht. Man hat ja fast den Eindruck, als ob es vor Hartz4 keine Trennungsväter gegeben hätte.

Aber bevor wir uns hier unnötig in die Haare kriegen. Erstens glaube ich nicht, dass es so weit kommt und wenn es so weit kommt (wie ich es schon damals nicht geglaubt habe), wird man schon aus verfassungsrechtlichen Gründen eine Kompensation oder einen gesonderten Rechtschutz schaffen müssen bzw. den Rechtschutz wie oben angedeutet auf das Familienrecht auslagern.

Man darf auch nicht vergessen, auch in seinem trennungsväterlichen Furor, dass es aus Sicht der öffentlichen Hand nicht hinnehmbar ist, zwei mal fürs Selbe Kind zu zahlen, wie es jetzt in vielen Konstellationen der Fall ist. Mittelfristig ist es wahrscheinlich sogar effektvoller, wenn auf diesen Umweg die Probleme vor die Füße der Familienrichter gekippt wird. Dann hätten diese einen Anreiz ihre Umgangs- und Unterahltspraktiken zu überdenken.

Im Moment jedenfalls diskutieren wir hier den feuchten Traum irgendeines Ministerialbeamten. Oder habe ich da etwas verpasst?
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#42
(10-11-2015, 20:52)the notorious iglu schrieb: .... kann man im Streitfall durchaus familiengerichtlich feststellen lassen ......
Vorausgesetzt man hat das Glück, an einen Anwalt zu geraten, der nicht den 08/15-Trott für alle 08/15-Fälle anwendet.

(10-11-2015, 20:52)the notorious iglu schrieb: ...... alles mit Schreckenszenarien zu möblieren, ......
Es gibt leider auch bei Trennungsvätern eine Verallgemeinerungs-Trägheit. Was einem Einzelnen vor beispielsweise 8 Jahren passierte, wird verallgemeinert an Neulinge herangetragen. Vielleicht tendiert man daher zu einem gewissen Alarmismus.

(10-11-2015, 20:52)the notorious iglu schrieb: ......  bevor überhaupt etwas passiert ist und bevor noch jemand weiß was überhaupt Sache ist......
Nichts passiert? Ein Referentenenwurf ist  m.M. nach "etwas". Wer konnte noch oder was wurde denn noch geändert, nachdem der Referentenentwurf zum Sorgerecht bekannt wurde?

(10-11-2015, 20:52)the notorious iglu schrieb: Mich beschleicht da auch ein gewisses deja vu. Mir ist so, als wurde diese Sau schon vor einem Jahr oder zweien durchs Dorf getrieben.
Ja sicher. Politische Entscheidungverläufe haben eben eine andere zeitliche Dynamik als fressi,ficki,Länderspiel.

Aber sicher. Die eine oder andere Mastsau wird das Gerücht, sie würden alle als "Schlachteplatte" enden, auch für eine Verschörungstheorie halten.

(10-11-2015, 20:52)the notorious iglu schrieb: ...Der atypische Mehrbedarf soll doch nicht abgeschafft werden, oder?
Nein, sollen nicht abgeschafft werden. Ich erwarten jedoch für die Familienform getrennterziehender Eltern ebenso "Regelleistungen" wie für andere Familienformen - und nicht die Abschiebung in "atypische Bedarfe".

(10-11-2015, 20:52)the notorious iglu schrieb: ...... Passiert ist, wie zu erwarten war, nichts. ......
Ich nehme das mal einfach als Aussage über deinen Erfahrungshorizont.

Bei uns jedenfalls macht das JC, wohl in Erwartung der Änderung und der Dauer des Rechtsweges
- "vorläufige" Streichung der Kinder aus der BG (und damit meist komplette Leistungsverweigerung)
- Anhörungen wegen Ersatzforderungen wegen sozialwidriger Zahlung von Kindesunterhalt

(10-11-2015, 20:52)the notorious iglu schrieb: ...... Man hat ja fast den Eindruck, als ob es vor Hartz4 keine Trennungsväter gegeben hätte......
Klar gab es die.
Jedoch diejenigen davon, bei denen KU-Titel und Jobverlust zusammen kamen, sind heute alle überschuldet oder wirtschaftlich ruiniert.
Seit HartzIV sind die meisten ebenso bedrängten, die entsprechenden Vorgehensweisen folgten einfach schuldenfrei + mit wesentlich besseren Chancen hinsichtlich Umgangsmittel + durchsetzbarem Umgangsumfang.

(10-11-2015, 20:52)the notorious iglu schrieb: ..... Mittelfristig ist es wahrscheinlich sogar effektvoller, wenn auf diesen Umweg die Probleme vor die Füße der Familienrichter gekippt wird. Dann hätten diese einen Anreiz ihre Umgangs- und Unterahltspraktiken zu überdenken....
Sicherlich sind wir uns da inhaltlich einig. Nur erfordert auch das Kenntnisse, die man bei einem neu Betroffenen nicht voraussetzen kann.

Jedoch: Ich leiste mir eben die Erwartung an einen angeblichen Sozial- und Rechtsstaat, dass dafür nicht immer wieder Vater-Kind-Beziehungen unter die Räder kommen müssen.
# Familienrechtslogik: Wer arbeitet, verliert die Kinder. Wer alleinerziehend macht, kriegt alles. Wer Kindeswohl sagt, lügt #
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#43
Man kann auch einmal der Tatsache gedenken, dass die weinigsten Gesetze das Parlament so verlassen, wie sie als Initiative hereingekommen sind. Auch das gehört zum Erfahrungshorizont und zu politischen Prozessen. Dein Vergleich mit dem Sorgerecht hinkt ein bisschen, denn da waren "nur" Männer betroffen im Sinne eines Nutznießers.

Ansonsten habe ich kein großes Problem mit den Dingen, die du sagst. Mich stört einfach dieses Schreckenspathos. Abgesehen davon, dass du hier sowieso offene Türen einrennst. Kanalisiere deine Leidenschaft lieber, indem du einen Artikel schreibst. Ich oder andere werden ihn gerne veröffentlichen. Das halte ich für sinnvoller.

Erwartungen kann man haben. Sie werden eben nicht immer erfüllt. Aber auch das ist für die meisten hier nichts Neues. Was die Betroffenen betrifft, gibt es da auch jetzt schon genug, die völlig beratungsresistent sind und lieber Monate oder Jahre lang über die eigenen Füße stolpern, bevor sie einfach einmal tun, was man ihnen sagt. Oder eben auch nie.

Auch die Aufstockeroption ist bei weitem nicht so beliebt und so häufig umgesetzt wie man vielleicht den Eindruck haben könnte, wenn man deinen Ausführungen lauscht. Meine Erfahrungen sind da wesentlich gemischter und durchwachsener.

Und auch wenn es so dick kommt, wie du befürchtest. Nach meiner Erfahrung findet sich immer ein Weg.
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#44
Uff, also Protest an geeigneter Stelle schon in der Planungsphase von Gesetzen kann sich lohnen.

In einer neueren Version des Referentenentwurfs ist die Abschaffung der temporären BG erstmal nicht mehr drin. Jetzt kommt es darauf an, was am 3.2. wirklich ins Kabinett kommt.
http://tacheles-sozialhilfe.de/fa/redakt...E_RefE.pdf

Mit Verbsserungen bei der Behördenwillkür gegenüber Aufstockern und Vätern ist allerdings auch nicht zu rechnen.
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#45
(29-01-2016, 01:17)sorglos schrieb: Mit Verbsserungen bei der Behördenwillkür gegenüber Aufstockern und Vätern ist allerdings auch nicht zu rechnen.

Der aktuelle Entwurf ist wahrscheinlich schon mehr, als wir überhaupt erwarten durften. Daumen hoch für den Protest.
"Du Mama. Wenn Papa tot ist kauf ich mir meinen eigenen Ponyhof!" - CosmosDirect Lebensversicherung, 2007

Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Vater
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#46
(29-01-2016, 01:23)Sixteen Tons schrieb: Daumen hoch für den Protest.
Also wenn jemand die nötigen Sachkenntnisse bei dem Thema hat und eine Petition schreiben möchte kann er das z.B. an einer der folgenden Stellen tun:
* https://www.bundestag.de/petition
* https://petiport.secure.europarl.europa....ns/de/main
* https://www.openpetition.de/
* https://avaaz.org/de/

Wenn dann noch zwei drei Leute einen Link zu der Petition in ihre Fußzeile auf nehmen ist die Petition zumindest hier im Forum sichtbar. Und das Anklicken einer Petition tut ja nicht weh. Ich betrachte solche Petitionen als kostenfreies Mittel um sich in einer parlamentarischen Demokratie etwas Gehör zu verschaffen. Es kann nicht schaden das man dort sieht das das entsprechende Petitionsthema nicht nur Einzelpersonen wichtig ist. Immerhin unsere Vertreter ja gerne bei den Wahlen wieder gewählt werden. Und wer weiß, bekanntlich soll ja steter Tropfen den Stein höhlen...

@P,
Eventuell gibt es auch die technische Möglichkeit die Links in der Fußzeile (für langjährige Forenmitglieder ab sechs Sternen :-)), die sich bisher nix zu Schulden kommen haben auf z,B. 120 Zeichen zu erweitern und anklickbare Links bei diesen zu erlauben).
--
3. DEUTSCHER GENDER KONGRESS, 17.11.2018, Köln
https://goo.gl/cHp86A
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#47
Habe ich gerade richtig gelesen - der Bewilligungszeitraum soll nun tatsächlich von 6 auf 12 Monate erhöht werden? Super.

Zitat:Hartz IV: Änderungen gibt es auch bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende, vor allem Hartz-IV-Empfänger sind betroffen: Der Bewilligungszeitraum wird von sechs auf zwölf Monate verlängert.
http://www.express.de/news/politik-und-w...--24473188

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#48
Ich fasse auch noch mal zusammen.

In Bezug auf das Threadthema hat sich nach der Reform nichts geändert, weil das BMAS für diese Vorschläge medial ausgebuht wurde.
In dem Ministerium arbeitet man aber weiterhin an "anderen Lösungen".

§ 21 Abs. 6 SGB II regelt übrigens nur die Behandlung der Fahrtkosten zur Umgangswahrnehmung.

Die nicht weniger wichtige Regelung zur temporären Bedarfsgemeinschaft ist nicht gesetzliches, sondern Richterrecht.

Hier noch mal die immer noch gültige Rechtslage seit April, bzw. Januar 2011.

http://tacheles-sozialhilfe.de/startseit.../d/n/1432/

Im Grunde genommen hat das BMAS mit der Reform einige Entscheidungen des Bundessozialgerichtes, die positiv für die Leistungsberechtigten waren, einfach umgangen. Z. B. bei den nun verlängerten Regressansprüchen.
"Du Mama. Wenn Papa tot ist kauf ich mir meinen eigenen Ponyhof!" - CosmosDirect Lebensversicherung, 2007

Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Vater
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#49
(31-07-2016, 09:10)raid schrieb: Habe ich gerade richtig gelesen - der Bewilligungszeitraum soll nun tatsächlich von 6 auf 12 Monate erhöht werden?

Selbst ist der Mann. Ich habe gerade beim Jobcenter angerufen und nachgefragt. Der Mitarbeiter wusste es natürlich nicht und musste selbst erst beim Vorgesetzten nachfragen. Ergebnis ist: JA ab 01.08.16 laufen alle normalen Bewilligungen nicht mehr nur 6 sondern 12 Monate. Freue nur ich mich? Dodgy Somit muss ich nur noch 9 Weiterbewilligungsanträge ausfüllen anstatt 18 Smile

Interessant ist ja, dass wenige Jobcenter dies bereits seit längerem praktizieren:
"Presse Info017-2015
vom30.01.2015
Seit diesem Jahr verlängert sich der Bewilligungszeitraum für beantragtes Arbeitslosengeld II beim Jobcenter Leipzig von bisher sechs auf jetzt zwölf Monate. Jobcenter Leipzig-Sprecher Ronny Schleicher: "Die Verlängerung reduziert den Aufwand für die Kundinnen und Kunden des Jobcenters, den der Weiterbewilligungsantrag kann jetzt in der Regel erst nach zwölf Monaten wieder gestellt werden"."
https://www.arbeitsagentur.de/web/conten...TBAI722510

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#50
(03-08-2016, 12:03)raid schrieb:
(31-07-2016, 09:10)raid schrieb: Habe ich gerade richtig gelesen - der Bewilligungszeitraum soll nun tatsächlich von 6 auf 12 Monate erhöht werden?

Selbst ist der Mann. Ich habe gerade beim Jobcenter angerufen und nachgefragt. Der Mitarbeiter wusste es natürlich nicht und musste selbst erst beim Vorgesetzten nachfragen. Ergebnis ist: JA ab 01.08.16 laufen alle normalen Bewilligungen nicht mehr nur 6 sondern 12 Monate. Freue nur ich mich? Dodgy Somit muss ich nur noch 9 Weiterbewilligungsanträge ausfüllen anstatt 18 Smile


Moin.
Niedlich .... Begründung durch das Eifeler Streitroß wa, das durch die Verlängerung der Bewilligungszeiträume Kapazitäten frei würden, die die Angestellten des JC für Vermittlung nutzen sollten ... Hihi ...

Nur .. das a) eine Verlängerung des BWZ auss. die MA der Leistungsbereiche tangiert, die mit Beratung und Vermittlung in Arbeit nun aber auch gar nichts zu tun haben ... und b) bei Leistungsbeziehern mit wechselndem Einkommen die Akte trotzdem noch jeden Monat in die Hand genommen werden muss ...
Der Berliner Elfenbeinturm lässt grüßen ...
!!! Manipulation und Programmierung eines Kindes ist emotionaler Mißbrauch - und muß bestraft werden !!!

!!! Ärzte, Juristen und Psychologen sind das Grundübel unserer Gesellschaft !!!
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