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Mediation - Wie Trennungskinder die Scheidung durchleiden
#26
Du versuchst ein individuelles/gesellschaftliches Regulativ mit einem administrativen zu ersetzen.

Das funktioniert nur bei einfachen Regelkreissystemen und setzt im Beispiel des Mediators eine lineare Funktionalität voraus.

Im Einzelfall und in der Wahrscheinlichkeit hat so ein Mediator durchaus einen Nutzwert. Leider kann, bei aller Menschlichkeit, die allen Beteiligten innewohnt, dieses nur funktionieren, wenn alle dasselbe Ziel verfolgen.

Damit braucht es allerdings auch keinen Mediator mehr....

Master Chief
Seine Fans über ihn

borni: [...] kann man einfach nicht ernst nehmen.
Cocktail-Detlef: [...] luschenhaft feige, [...] schwachkopf [...]
Mus Lim: Das übliche kenntnisfreie Gequatsche [...]
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#27
Das sehe ich anders. Ein Familiengericht nicht als gesellschaftliches Regulativ, eine Mediation nicht als Administratives. "Regulativ" ist zu unbestimmt dafür. Der Oberbegriff ist für mich "Konfliktbeilegung", einmal mit juristischen Mitteln und einmal mit Mitteln der Streitenden und der Assistenz des Mediators.

Administrative Regulative sind etwas völlig anders. Das sind eingrenzende Massnahmen einer Administration. Regulatives Vorgehen passt z.B. zu Massnahmen für den Finanzmarkt, aber nicht zu Mediationen.
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#28
Ich sehe wie 'p' den Hauptzweck in der Konfliktbeilegung. Das ist gar nicht hoch genug einzuschaetzen. Das liegt auch an meiner - nur nach dem was sich dort abgespielt hat - guten Erfahrung mit der Mediation.

Es fehlen eigentlich 'nur' ein paar Attribute, die ihre Wertigkeit erhoehen. Technisch waere das der schon erwaehnte sehr fruehe Einsatz. Ich bin relativ sicher, dass auch in meinem persoenlichen Fall meine Exfrau noch nicht durch den ueblichen deutschen Gang so verdorben gewesen waere, dass nichts mehr ging. Das fand naemlich erst 6 Jahre nach der Trennung statt.

Und alle diese Schranzen, die an Konflikten fett werden, seien es Anwaelte, Feministinnen (oder gar die Kombination), seien es ihre Geldbeutel oder ihr ideologischer Abgang den sie bei ihrer Machtausuebung verspueren - die muessen raus. Der Mediator braucht eine viel staerkere und anerkannte Position. Die die Schwelle ihm zu entkommen und in die jetzt gaengige Streiterei von Gartennachbarn zu fluechten sehr hoch haengt. Der Anreiz a) zum Geldverdienen in Familiensachen und b) zur Auslebung von Machtphantasien muss trockengelegt werden. Das geht nur politisch oder gesellschaftlich (so wie das auch entstanden ist).

Und das ist schwer.

Ray
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#29
(16-10-2009, 16:58)Ray schrieb: Und das ist schwer.

In der Tat. Hückstädt, der Präsi des LG Rostock schrieb in der Einleitung zu seinem Erfahrungsbericht eines weiteren Versuchs gerichtlicher Mediation:

"Seit einem Vierteljahrhundert hat der Gesetzgeber sich mit nur mäßigem Erfolg darum bemüht, Streitparteien eine neue Streit- und Verfahrenskultur unter Hervorhebung des Schlichtungsgedankens anzubieten. Auch die als ein Kernstück des ZPO-ReformG v. 27.7.2001 eingeführte Güteverhandlung hat in der Praxis nach hiesiger Erfahrung bisher zu keinem erkennbaren Anstieg der einvernehmlichen Prozessbeendigungen geführt. Erstmals steht nunmehr ein Weg zur Verfügung, der in gerichtsanhängigen Verfahren eine neue konsensuale Streitbeilegungsmöglichkeit eröffnet, die (noch) nicht gesetzlich geregelt, aber mit der ZPO und dem GVG vereinbar ist."

Man will gerne die Vorteile einer Mediation kassieren, aber sie selbst in brauchbarer Form vermeiden, weil das Macht- und Finanzabflüsse für die Rechtspflege bedeuten würden. In diesen von Hückstädt konstatierten 25 Jahren liefen sicherlich an die 50 lokale Versuche mit Mediation in verschiedenen Geschmacksrichtungen. An dem Landgericht, an dem ich war gab es auch einen. Wenige Monate vor meinem Gerichtstermin lief er aus. Sogar eine Ausstellung tourt seit einem Jahr durch die Lande: http://www.ausstellung-konflikte-loesen.de/index.html

Anschliessend gibt es immer dicken Applaus und allgemeine Zustimmung. Und dann passiert nichts weiter. Die Justiz schafft es nicht, Mediation so in ihrem Sinne zu verbiegen dass Gerichte trotzdem wichtig und teuer bleiben, weil es ein Widerspruch in sich ist. Die Politiker schaffen es nicht, weil die mit Abstand grösste Gruppe unter ihnen Juristen sind. Es gab niemals einen mit Justiz befassten Minister, der nicht selber Jurist ist. Man müsste wohl erst einen Arbeitsbereich "Streitbeilegung" aus dem Justizministerium herauslösen und einem Psychologen unterstellen oder so was ähnliches. Man kann auch keine Brauerei damit beauftragen, Strategien zu entwickeln wie sich die Leute abgewöhnen, ihr Bier zu trinken.
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#30
(16-10-2009, 14:38)Master Chief schrieb: Nur eins ist sicher: Wenn Frau denkt, mit Mediator gibt's weniger Knete, weil mehr Kompromisse, dann ist spätestens Schicht mit der Alternative.

Genauso ist es bei meiner.

Wenn sie glaubt (oder RAtte ihr einredet), sie könne 100,-€ vor Gericht erstreiten, so käme ein außergerichtlicher Vergleich nur zustande, wenn man sich auf 150,-€ einigt!
Sonst hätte sich ja nichts davon!

Jeder Mediator, der ihr weniger einreden will, wird abgelehnt.
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#31
(16-10-2009, 16:42)p schrieb: Der Oberbegriff ist für mich "Konfliktbeilegung", einmal mit juristischen Mitteln und einmal mit Mitteln der Streitenden und der Assistenz des Mediators
Welche Person(en) soll(en) das bewerkstelligen?
In unserem Kino als -der entsorgte Vater- lief, war ein Anwalt anwesend, der sich sehr für eine Mediation ausgesprochen hat, bevor es exkaliert. Eine Mediation befürworte ich grundsätzlich! Sehe allerdings die Problematik darin, wer für diese herangezogen werden soll/kann. In sehr vielen Städten haben sich Rechtsvertreter zu irgendeiner Gemeinschaft zusammengefunden, die eine Mediation befürworten. Zum einen steht der übliche Interessenskonflikt -kein Streit keine Kohle- im Wege. Auf der anderen Seite können Eltern diesen angeblichen Mediatorinnen nicht hinter den Kopf schauen.

"Meine" Gegenfledermäusin gehörte auch so einem Verband der angeblichen MediatorInnen an. Was die im Vorfeld und auch noch während der Umgangsverhandlung vom Stapel gelassen hat, hätte ich eher in einem Strafverfahren erwartet. Wink

Rechtsverdreher als Mediatoren sehe ich grundsätzlich als problematisch an. Eine eigenständige Berufsgruppe wäre ein weiterer Teilnehmer am Trog des zu verteilenden Geldes.

Die weiteren Beteiligten wie Umgangs- oder Verfahrenspfleger etc... hängen auch an diesem Trog.
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#32
Es scheint so zu sein, dass gerade die Kirche dort relativ oft gute Leute stellt. Gegen meine sonstige Kirchenaversion muss ich das anerkennen. Bei mir war es eine Mediatorin der evangelischen Kirche.
Nicht alle Dinge sind ausschliesslich eine Geldfrage. Diese Leute werden nicht super bezahlt (wahrscheinlich ist es gerade auch das). Wie auch bei z.B. Psychologen der Caritas, die fast ehrenamtlich Beratung verschiedenster coloeur neben ihrer Haupttaetigkeit geben, haben die oft Spendenmodelle als Bezahlungsvariante. Das spuelt nie sehr viel rein und braucht eine Absicherung von hinten, in dem Fall von der Kirche. Gerade weil mit Geldgeilheit da nicht viel zu machen ist, sitzen dort nach meiner Meinung oefter Idealisten positiven Schlages. Die kann es in einer Loesung mit Staat statt Kirche genauso geben. Die Widerstaende liegen da ganz woanders. Das muss man eben wollen.

Ray
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#33
(16-10-2009, 18:16)Ray schrieb: Es scheint so zu sein, dass gerade die Kirche dort relativ oft gute Leute stellt. Gegen meine sonstige Kirchenaversion muss ich das anerkennen. Bei mir war es eine Mediatorin der evangelischen Kirche.
Und sie hatte es wirklich geschafft, dass die Sache bei euch nicht eskaliert ist? Ging es da um Unterhalt? Wink
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#34
(16-10-2009, 18:05)blue schrieb: Rechtsverdreher als Mediatoren sehe ich grundsätzlich als problematisch an. Eine eigenständige Berufsgruppe wäre ein weiterer Teilnehmer am Trog des zu verteilenden Geldes.

Eine geschützte Berufsbezeichnung wäre gut. Die Gerichte müssen eben in gleichem Masse zurücktreten, wie die Mediationen einen Teil ihrer Arbeitsfelder übernehmen. Mediation als Anhängsel der Gerichte (der "deutsche Weg") bringen kaum was. Das wären nur weitere Esser am grossen Tisch der Helferindustrie, wo der dumme Ochse "Bürger" geschlachtet, zerlegt und aufgefressen wird.

Persönlich wäre ich ja dafür, Mediationstätigkeit den Absolventen ab dem zweiten juristischen Staatsexamen nicht mehr zu gestatten. Man gestattet ja nicht mal Volkshochschulangestellten, als Gemeinderat tätig zu sein wegen mangelnder Unabhängigkeit. Das wäre dann bei Mediatoren noch unmöglicher.
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#35
(16-10-2009, 18:31)blue schrieb: Ging es da um Unterhalt? Wink

Ich hab den smiley gesehen, aber ich moechte mal etwas dazu loswerden. Es herrscht ja auch in diesem Forum oefter die Meinung, die 'richtig' harten Faelle muessen sich um Geld und finanzielle Ausweglosigkeit drehen, alles andere ist Pillepalle...

Ich seh das andersherum. Dabei koennte ich im Prinzip mitreden. Meine Ex hat waehrend der Trennung unser Konto komplett leergeraeumt und ich hatte eine zeitlang nichts, nada. Ich hab aber nie ein Aufheben drum gemacht, obwohl das fuer meine Ex schon seine grosse Rolle spielt.

Nach meiner Erfahrung ist die Reihenfolge genau a) Keine Kommunikation --> b) Streiterei um alles. Dabei gibt es durchaus (neben den Dingen, die wir gerade bereden) persoenliche Gruende in den Beteiligten die a) schnell ueberspringen und sich hinter Geldstreitigkeiten einrichten, die eine so nette Art von Sachlichkeit (die aber keine ist) vermittelt. Ohne a) wuerde es die meisten nicht geben, und in den Schritt in der Eskalationsabfolge greift ja Mediation gerade ein. Und nicht nur der Drachen Exfrau wird durch gute Mediation gebunden und beeinflusst, auch die ganzen maennlichen Streithammel muessen von ihrem Steckenpferd runter (theoretisch, denn die Verfahrensweise ist ja gerade nicht so).
Das ist kein Wunderheilmittel, aber verhindert auch die Bildung von festgefuegten Feindbildern auf beiden Seiten. Ohne die funktioniert naemlich der ganze nachfolgende trouble nicht und damit sind wir wieder bei der alten Frage: Wem nuetzt es? (Oder auch nicht)

edit: Zu meinem persoenlichen Fall. Es ist nicht so, dass es so eine einfache Kausalitaet hochstrittig -> Mediation -> Deaskalierung gibt. Die Wirkungen sind viel subtiler (aber nicht gering). Mich persoenlich machte es schon viel ruhiger einmal meine Exfrau gezwungen zu sehen, sich nicht durch Auflegen eines Hoerers oder was auch immer aus unbequemen Diskussionen zu verabschieden. Es ist doch eine Illusion, das man damit so schnell fertig waere, wie auch hier oft suggeriert. Es schafft eine Art Gleichberechtigung. Erstmal nur in der Diskussion. Es kann sich keiner druecken. Das fuehrt indirekt zu anderem Umgang miteinander. Man kann viel wegwischen und seine Feindbilder haetscheln, wenn man die Moeglichkeit hat sich Korrekturen zu entziehen. Und diese Feindbilder werden von den Versuchern aufgegriffen und in eigene Vorteile umgewandelt. Viele Frauen merken das gar nicht.

Ray
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#36
(16-10-2009, 18:55)Ray schrieb: Und nicht nur der Drachen Exfrau wird durch gute Mediation gebunden und beeinflusst, auch die ganzen maennlichen Streithammel muessen von ihrem Steckenpferd runter (theoretisch, denn die Verfahrensweise ist ja gerade nicht so).
Nach der Trennung bei uns war alles in Butta! Hatte regelmäßig Kontakt zu meinem Kind und kommunizierte sehr gut mit meiner Ex.

Hatte bereits woanders schon geschrieben, dass mich meine Scheidung ganze 154 Euro gekostet hatte.

Alles lief bestens!

Just in dem Moment, als ich festgestellt hatte, dass sie selbst verdient, ich unmittelbar darauf den beiderseits einvernehmlich vereinbarten EU einstellte, kam innerhalb von zwei Tagen von ihrer Anwältin der Vorwurf des Mißbrauch mit dem Mißbrauch.

Von da an war ALLES vorbei!

Den von mir unmittelbar gestellten Antrag auf Umgangsregelung hatte ich zu 100% gewonnen. Sogar mit Zwangsgeldandrohung gegen meine Ex.

Was hat es gebracht? Ich ersticke an Gerichts- und Anwaltskosten. Ich habe "Recht" bekommen und bin trotzdem finanziell am Ende! Kind war nach 10 BU´s längst ge PAS´t.

Das OLG Düsseldorf, welches meine fiktiven Einkünfte bestätigt hatte, ist der letzte Drecksladen!

Mittlerweile, da es keine Ehe von langer Dauer war, wird Schätzilein nun auch endlich aufgefordert, ihren dicken [Unterschreitung des Mindestniveaus] selbst zu finanzieren!

Es geht nur ums Geld. Ob die Kinder dabei auf der Strecke bleiben, interessiert nicht!
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#37
blue, ich sage ja nicht dass Mediation das Allheilmittel ist, auch für deinen Fall nicht, aber sag doch mal selbst: Hat die Justiz nicht völlig versagt? Es sind dir ja nur Trümmer geblieben auf allen Feldern.

Bei dir war der Auslöser eine Kränkung - du hast den Unterhalt eingestellt, den sie objektiv betrachtet nicht mehr brauchte, weil sie arbeitete. Dann hat sie das Bauklötzchen angestossen, das in einer Kettenreaktion alle anderen Klötzchen umwarf. Die Mediation hätte immerhin die Chance eröffnet, mal miteinander zu reden. Sofort vor Gericht zu gehen wäre nicht möglich gewesen. Gerade diese ursächlichen Kränkungen kommen auch dort auf den Tisch. Vielleicht, vielleicht auch nicht wäre auf diese Weise die Kettenreaktion unterbrochen oder wenigstens aufgehalten worden. Immerhin eine Chance. Ganz sicher ist jedenfalls: Wenn die Richter und ihre anwaltlichen Hilfstruppen, insbesondere die Arroganzknödel der OLGs ihre dreckigen Finger mal drin haben, bricht alles zusammen und eine Front entsteht, an der kein Frieden mehr herrschen wird, höchstens der Geschützdonner wird zeitweise leiser.
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#38
(16-10-2009, 19:54)p schrieb: Die Mediation hätte immerhin die Chance eröffnet, mal miteinander zu reden.
Unterscheide bitte zwischen "Kindeswohl" und Geld für Muddi.
Eine Mediation für Kindesbelange unterscheidet sich deutlich zu dem, "was einer Mutter an Geld" zusteht. Wink
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#39
Es ist auch so, das ein Mediator mit den entsprechenden Rechten solche ungreifbaren Anschuldigungen wie Missbrauch (ich hatte das mit Gewalt) aus seiner besonderen Rolle heraus angreifen kann. Und auch praeventiv perfide Taktiken aus dieser Kategorie unterbinden kann.

Ray
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#40
Ich habe Mediation, außerhalb des Jobs, bisher, je nach Zählweise in 2-3 Formen erlebt.

Einmal noch zu Ehezeiten ein privat engagierter Pyschologe, mit dem Auftrag, die Ehe zu retten.

War witzlos. Erst hatte sie einen Einzetermin, dann ich und dann wieder sie, bei dem sie festgestellt hat, dass er nicht ihre Partei ergreift und nicht hilft, ihre Ziele zu erreichen.

2 Mal im Trennungskampf wegen Umgang. Beide Male beim JA!

Die erste war mittelmäßig

Der 2. war gut!
Er wusste, wie man ein Gespräch moderiert und die Spielregeln austellt, erläutert und deren Einhaltung überwacht.
Meine Olle hatte ihn gerufen um ihre Ziele durchzusetzen, er hat es geschafft, die Umgangsregel in meinem Sinne zu verbessern.
Das finde ich nicht nur deswegen gut, weil er meine Position verbessert hat, sondern vor Allem, weil er wusste, wie man das macht.

Was ich damit sagen will?

Mediation ist sicher kein Allheilmittel.
Es hängt von der Qualität des Mediators und der Bereitschaft der Parteien ein solches Gespräch zu führen und die Ergebnisse zu akzeptieren.

Eine Garantie ist es nicht, aber eine gute Chance eine Lösung zu finden.
Pauschal würde ich sagen, beim Mediator liegt die Chance für eine beiderseits akzeptierte Lösung bei 25%-50%.
Vor Gericht bei <5%
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#41
Auch mit einer beiderseitigen erarbeiteten Vereinbarung, nach der du den Unterhalt noch eine Weile bis zu einem Termin "freiwillig" weiterzahlst, wärst du weit besser gefahren. Auch das hätte die Kettenreaktion gestoppt.

Langfristig schiessen sich Mütter mit solchen Aktionen fast immer ins eigene Knie, auch wenn erstmal kräftig triumphiert wird, weil der Vater vor Gericht zu hohem Unterhalt verurteilt wurde und der "Störfaktor" Vater vom Kind entfernt ist. Der Katzenjammer kommt. Dann ist es Jahre zu spät für Erkenntnisse. Das einzige, was sich dann noch bewegt ist der Wind, wie er durch die Ruinen streicht. Und vielleicht noch der Motor des Porsche Cayenne des beteiligten Anwalts, den er sich durch hunderte dieser Schicksale bauen liess.
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#42
(16-10-2009, 20:32)p schrieb: Das einzige, was sich dann noch bewegt ist der Wind, wie er durch die Ruinen streicht.
...
der Motor des Porsche Cayenne des beteiligten Anwalts

Eine sehr bildhafte Sprache, die du heute wieder pflegst :-)

Ray
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#43
Den Anwalts-Cayenne musste ich mir nicht mal einfallen lassen, der ist Realität, wie mir vorgestern jemand empört erzählt hat. Ich hab gesagt, das könne ich nicht verstehen, in meiner Welt sei das nur Pfeffer :-)
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#44
Weil ich keine große Lust verspüre mich zur Mediation zu wiederholen:
http://www.trennungsfaq.com/forum/showth...2#pid20032
und
http://www.trennungsfaq.com/forum/showth...8#pid20818

Macht man´s wie gemeint, ist´s gut, macht man´s wie zuletzt in der Kooperative aus BMJ, djb, vam(v) und den freien Radikalen in Gesetz gegossen, ist´s für´n Ar...!

Was André betrifft ist er halt noch nicht wesentlich weiter als zuvor.
Er meint es gut und hat bestimmt eine Menge Zuspruch für seine Aktivität erhalten, aber das Kernziel verfehlt.
Zumindest hat er dies ja selbst in Teilen insoweit erkannt, dass er nun weiß was Frauen wie Gerlinde aus seinen Aussagen machen.

Sein ganz persönlicher Fall wurde unberechtigt zum vermeintlichen Regelfall erklärt und wird von den Protagonistinnen auch so gefressen und fortan gerne als erklärendes Beispiel angeführt.

Was bleibt ihm jetzt anderes übrig als den angerichteten Schaden herunterzuspielen und sich entsprechend positiv zu äußern?
Ich kann mir gut vorstellen, dass ihm so einige böse Gedanken durch´s Hirn blitzen.

Vielleicht liest er auch noch ein wenig mit und erkennt die hier diskutierten Sichtweisen der anderen Betroffenen an und beteiligt sich nochmal selbst, an diesem Thread!?
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#45
(16-10-2009, 09:34)p schrieb: Zwiespältig. Was du sagst, stimmt schon, aber die Möglichkeiten von Mediationen darzustellen ist ebenso positiv. Ansonsten ein kleines Auftragsartikelchen voller Schönsprech und einem Tenor voller vergifteter Süsse: Ist doch irgendwie alles gut gegangen mit Papi und Mami und Kindi. Alles in Ordnung in Deutschland.

Mediation ist eigentlich der richtige Weg,
eine gerichtliche Auseinandersetzung falsch.

Schlecht ist nur, wenn bei einer Mediation ein "feministisch korrektes" Ergebnis herauskommt/herauskommen soll.

Die Mediation sollte IMHO nicht von staatlichen Stellen vorgenommen werden, sondern von Familienmitgliedern.
Zwei Personen von Seite der Frau und zwei Personen von Seite des Mannes arbeiten eine Lösung aus, die sowohl Frau als auch Mann unterschreiben müssen.
Wenn es damit Schwierigkeiten gibt, kann ein neutraler Mediator hinzugezogen werden (von Kirche, Moschee, freie Träger, ...) Der Staat hat sich vollkommen rauszuhalten.
(16-10-2009, 20:31)beppo schrieb: Was ich damit sagen will?

Es hängt von der Qualität des Mediators und der Bereitschaft der Parteien ein solches Gespräch zu führen und die Ergebnisse zu akzeptieren.

Ich denke, dass die Bereitschaft der Parteien die Ergebnisse zu akzeptieren sich deutlich erhöht, wenn die Familien beider Parteien einbezogen werden und die Lösung unterstützen.
Das vermindert die Tendenz der emotional verstrickten Parteien auszuscheren oder irgendjemanden zu instrumentalisieren.

beppo schrieb:Eine Garantie ist es nicht, aber eine gute Chance eine Lösung zu finden.
Pauschal würde ich sagen, beim Mediator liegt die Chance für eine beiderseits akzeptierte Lösung bei 25%-50%.
Vor Gericht bei <5%

Mit Familie würde ich sogar sagen 60-80%.

Rechtsanwälte schüren und verschärfen den Konflikt, denn ohne Gerichtsverfahren kein Honorar. :-(
Wenn Eltern sich vor Gericht streiten, dann werden die Reste an Vertrauen und Kooperationsbereitschaft in der Regel zerstört, eine Zusammenarbeit zum Vorteil des Kindes verhindert.
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#46
(16-10-2009, 16:42)p schrieb: Administrative Regulative sind etwas völlig anders. Das sind eingrenzende Massnahmen einer Administration. Regulatives Vorgehen passt z.B. zu Massnahmen für den Finanzmarkt, aber nicht zu Mediationen.

Das sehe ich widerum anders. In der hier diskutierten Form des Cochemer Modells ist der Mediator in den Schiedungsprozeß im Rahmen von BGB und ZPO eingebunden und erfüllt im Kern eine De-eskalierung und führt letztendlich zu einer signifikant geringeren Gerichtsarbeit.

In dieser Funktion wird er administrativ eingesetzt und tritt als moralisches Regulativ auf, indem er beide Parteien an Ihre Verantwortung den Kindern gegenüber erinnert.

Meine Position in diesem Thread ist, daß Mediation an sich das zwischenmenschliche, das soziale Gewissen der Streitparteien ersetzt.

Die Funktion, da sind sich hier ja alle, einig, ist ja nicht verkehrt, nur läßt es ein von grundauf krankes System künstlich "weiterwurschteln" und verschlimmbessern, in dem z.B. instrumentalisiert oder Partei genommen wird (wie schon angeklungen).

Oder wie es Al Bundy's Vater einmal treffender sagte: Du kannst Kuhscheiße nicht polieren, mein Sohn.

Der Mediator oder seine Funktion sind doch nur Nebenkriegsschauplätze, um vom eigentlichen Problem abzulenken: Geld und den Streit darum.

Master Chief
Seine Fans über ihn

borni: [...] kann man einfach nicht ernst nehmen.
Cocktail-Detlef: [...] luschenhaft feige, [...] schwachkopf [...]
Mus Lim: Das übliche kenntnisfreie Gequatsche [...]
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#47
(17-10-2009, 12:24)Master Chief schrieb: Der Mediator oder seine Funktion sind doch nur Nebenkriegsschauplätze, um vom eigentlichen Problem abzulenken: Geld und den Streit darum.

Damit akzeptierst du diese Priorisierung des Geldes durch die staatlichen Mitspieler. Es ist zwar richtig, dass man denen nur ueber diesen Hebel beikommt, das sollte aber nicht den Blick davor verschliessen, was wirklich wichtig ist und dass das Unterlaufen dieser Position keineswegs nur innerhalb desselben Weltbildes Geld vor Familie stattfinden muss. Im Gegenteil, der Mediator ist Teil eines Herangehens, welche die Prioritaet von Geld in Familiensachen (speziell mit Kindern) von vornherein anders aufstellt. Warum soll ich mich einschraenken und mir diese perverse Reihenfolge, die mir Staat und Ideologie in Dtl. vorgeben akzeptieren, indem ich ausschliesslich innerhalb dieser Spielregeln spiele?

Insofern ist er ueberhaupt kein Nebenschauplatz der von irgendetwas ablenken soll, sondern eine der Massnahmen, die die Dinge ueberhaupt erst einmal vom Kopf auf die Fuesse stellen.
Nochmal, nicht als Wunderheilmittel, aber als Beitrag. Dann entstehen naemlich viele Streitereien erst gar nicht. DAS ist die Kette von Ursache und Wirkung. Scheinbar kann das aber - da hat Muslims Einwurf seine Berechtigung - aber besser gegen den Staat durch davon unabhaengige Personen erfolgen. Was auf der anderen Seite deren Akzeptanz und Wirksamkeit schwaecht - jedenfalls in einem derart zentralstaatlich gepraegtem Land wie Dtl., in dem der Buerger das abgesegnet erwartet.

Ray
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#48
(17-10-2009, 12:24)Master Chief schrieb: Das sehe ich widerum anders. In der hier diskutierten Form des Cochemer Modells ist der Mediator in den Schiedungsprozeß im Rahmen von BGB und ZPO eingebunden und erfüllt im Kern eine De-eskalierung und führt letztendlich zu einer signifikant geringeren Gerichtsarbeit.

Das Cochemer Modell, ja. Aber das ist keine Mediation. Nichtmal ansatzweise.
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#49
Ich kann eurer Diskussion momentan nicht folgen und halte sie auch für deplatziert.
Wozu Begriffe anbringen, wenn diese alle nicht zutreffend sind, weil Mediation nicht vorgesehen ist?
Es gibt im Streitfall - und darum ist die Sache beim Gericht anhängig - die Möglichkeit, nach § 156 FamFG, einer nicht zwangsvollstreckbaren Anordnung zu einem Erstgespräch. Nicht mehr, wie auch der popelige Rest nicht mehr hergibt.

Mediation auf Basis der Freiwilligkeit und unter der Voraussetzung, dass weite Teile der Bevölkerung nicht in der Lage sind verantwortlich zu denken, geschweige denn zu handeln, ist zum weinen, aber schlichte Realität.

Im Übrigen möchte ich einer Anmerkung von @Mus Lim widersprechen:
Zitat:Rechtsanwälte schüren und verschärfen den Konflikt, denn ohne Gerichtsverfahren kein Honorar.
Die WinkeladvokatInnen erhalten nach meinem Kenntnisstand auch Kohle für Vereinbarungen, weil Geschäftsgebühren festgelegt werden und die haben auch bei uns nochmal kräftig abgesahnt.
Zitat:Wenn Eltern sich vor Gericht streiten, dann werden die Reste an Vertrauen und Kooperationsbereitschaft in der Regel zerstört, eine Zusammenarbeit zum Vorteil des Kindes verhindert.
Dem kann ich dann wieder zustimmen, weil hier niemand nachhaltig interdisziplinär und mit dem Ziel Einigungen herbeizuführen wirkt.

Das gesamte Projekt FamFG-RG ist ein weiterer Fall für das Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler.
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#50
(17-10-2009, 15:43)Bluter schrieb: Ich kann eurer Diskussion momentan nicht folgen und halte sie auch für deplatziert.

In einem thread mit diesem Titel?

Zitat:Wozu Begriffe anbringen, wenn diese alle nicht zutreffend sind, weil Mediation nicht vorgesehen ist?

Erstens kannst du aus dem thread ersehen, dass dem nicht in jedem Fall so ist und selbst wenn steht doch einer Diskussion, ob und warum das sinnvoll waere nichts im Wege?

Zitat:Mediation auf Basis der Freiwilligkeit und unter der Voraussetzung, dass weite Teile der Bevölkerung nicht in der Lage sind verantwortlich zu denken, geschweige denn zu handeln, ist zum weinen, aber schlichte Realität.

Ich denke die meisten Leute sind mit dieser Situation erst einmal ueberfordert. Kaum jemand wird dafuer geboren. Und darum braucht es eben mitunter Unterstuetzung von aussen.

Ray
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