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Meine Geschichte
#1
[Diskussion hier: http://www.trennungsfaq.com/forum/showth...&pid=56653 ]

Die KM und ich haben uns vor 4 Jahren auf einer Feier kennengelernt. Aus einem One-Night-Stand ist dann eine Beziehung geworden, obwohl ich leider sagen muß, dass ich nie wirklich über beide Ohren verliebt war. Wir waren beide Anfang 30, sie etwas älter. Also die Uhr tickte (ich meine auch bei mir). Nach 1,5 Jahren sind wir zusammen gezogen. Keinen Monat nachdem wir zusammengezogen waren, fing sie an von Kinder kriegen zu sprechen. Meine spontane Reaktion war, dass ich weggelaufen bin und wenn ich unseren Sohn nicht so lieben würde, würde ich heute noch bereuen, dass ich zurückgegangen bin. Egal, ein ¾ Jahr später ist es so weit, positiver Schwangerschaftstest. Die Krux, ich hatte mich mittlerweile beruflich so dermassen verrannt, dass ich in eine richtige schwere Depression geraten bin. Der Beginn der Depression und die Zeugung des Kindes liegen zeitlich ziemlich dicht beeinander, so dass von der KM zum Beispiel der Satz fiel: „Sie wünschte, es wäre ein Kind der Liebe und nicht ein Kind der Verzweiflung.“ Gut, also alles Scheiße. Die KM hat nicht gerade eine Traumschwangerschaft, weil der KV wirklich schwer depressiv ist und knapp 6 Monate nach Krankheitsbeginn leider wegen akuter Suizidalität (nein zum Glück keine suizidalen Handlungen, „nur“ Äusserungen / Gedanken) notfallmäßig in die Psychiatrie kommt (aus freien Stücken).
Der KV hat zu diesem Zeitpunkt keinerlei Ahnung vom deutschen Familienrecht, ist aber nicht glücklich mit der Schwangerschaft.
Die KM unterstützt mich, so gut sie kann, auch während meines Klinikaufenthaltes. Aber ich denke sie informiert sich bereits darüber, wie ihr Schicksal als „Alleinerziehende“ aussehen könnte. Die Schlüsse, die sie zieht, sind für mich zunächst durchaus positiv. Sie hat überhaupt keinen Bock als echte „Alleinerziehende“ da zu stehen und ergreift bereits vor der Geburt Maßnahmen, um mich zu binden. Sprich wir vereinbaren beim JA die gemeinsame Sorge, wir wählen den gemeinsamen Vornamen aus, sie gibt dem Kind meinen Nachnahmen (oder war das erst nach der Geburt?, auf jeden Fall aus identischer Motivation), wir gehen gemeinsam zum Geburtsvorbereitungskurs.
Der Tag an dem ich in die Psychiatrie spaziert bin, ist heute quasi mein zweiter Geburtstag. Nach zwei Monaten werde ich entlassen und nach dem Hamburger Modell an meinem alten Arbeitsplatz wieder eingeführt. Zwei Gründe haben mich, nach meiner Auffassung aus der Depression geholt, die gute therapeutische Leistung der Klinik und, dass ich meinem ungeborenen Kind ein Vater sein wollte.
Der Wunsch der KM ist, dass wir nach meiner Entlassung eine Paarberatung beginnen, was wir sogar bereits kurz vor der Entlassung beginnen. Hierüber ist der Chef meiner Psychiatrie (Danke Gott für meine Privatversicherung) zunächst gar nicht glücklich, er weiß offensichtlich mehr als ich über das deutsche Familienrecht (später wird die Oberärztin bei der ich ambulant in Behandlung bleibe sagen, dass der Laden voll ist mit Trennungsschicksalen). Es wird sich rausstellen, dass es für uns die richtige Entscheidung war, auch wenn es die Beziehung letztendlich nicht retten konnte.
Nachdem unser Sohn 8 Monate alt ist und wir in dieser Zeit auch zusammen gewohnt haben (Ich konnte zum Glück sogar bei der Geburt dabei sein), ist es aus. Die KM beendet die Beziehung („weil sie mich einfach nicht mehr liebt.“) und setzt mich am Tag darauf auf die Straße. Blub.
Bis hierhin ging es mir mit meiner Depression immer besser, weil es beruflich besser ging, aber vor allem, weil ich mich täglich nach der Arbeit auf unser Baby gestürzt habe.

In den ersten Wochen, nach unserer Trennung, muß ich eine neue Bleibe suchen, meine Arbeit aufrecht erhalten, mich ins Familienrecht einlesen. Zunächst sehe ich unseren Sohn 4x in der Woche. Bereits in der ersten Woche, sage ich zur KM, dass ich Familienmediation möchte, worauf sie erwiedert, dass wir das nicht bräuchten. Ich mache aber dennoch einen Termin, bei derselben Person, bei der wir bereits Paartherapie gemacht hatten. Ist zwar gescheitert, aber wir hatten beide ein gutes Gefühl mit ihm, kannten ihn, vertrauten ihm und es war ja nun wirklich nicht seine Schuld, dass keine Liebe mehr da war.
Die Mutter und ich treffen uns 5 Wochen nach der Trennung in einem Cafe, um zu besprechen, wie es mit unserem Sohn weitergeht. Ich bereite mich auf das Gespräch mit einem Vorschlag zum Umgang vor. Es stellt sich heraus, dass sie „heimlich“ beim Jugendamt war, um sich dort beraten zu lassen. Resultat: der Umgang ist ungewöhnlich häufig und auch die Zeiten Abends nach der Arbeit sind ungewöhnlich spät. Die Mutter möchte also den Umgang einseitig reduzieren und begründet dies aus einer Paarperspektive (sie braucht Abstand von mir). Meine Vorschläge, dass doch Freunde Frieda übergeben können, finden kein Gehör. Ich dekompensiere und beschimpfe sie, sie geht, ich sitze noch zwei Stunden da und heule wie ein Schlosshund.
Am nächsten Tag, bitte ich um einen früheren Termin bei der Mediation, jetzt bin ich auch bereit mir hierfür von der Arbeit freizunehmen (Probezeit !). Bis zur Mediation bleibt es bei einem Umgang von 3x die Woche.

Was ich zwischenzeitlich zum deutschen Familienrecht gelesen bzw. von Bekannten, VAFK und RA s erfahren habe, äh, sagen wir mal, „überrascht“ mich. Die Trennungsfaq kann ich zunächst aus seelischen Gründen noch nicht Mal lesen. Ich rufe beim JA an, die Sachbearbeiterin ist im Urlaub. Wochen später wird es einen Termin geben, da läuft die Mediation bereits. Insgesamt probiere ich vier verschiedene RA s aus, drei Frauen ein Mann. Vorab hatte ich die 1. Hilfen bei Pappa.com gelesen, also auch die Tipps zum Umgang mit RA s, für eine gewisse Zeit kommen zwei der RA s in Frage, am Ende kommt nur der Mann in Frage. Empfohlen von meiner Rechtsschutzversicherung, die zwar nur das Erstgespräch übernimmt, aber halt eine Liste von Anwälten führt, die bereits zur Zufriedenheit ihrer Kunden tätig waren. Aus meiner Sicht unbezahlbar.
Der Herr RA ist ein 50er mürrischer Mann, der sehr abweisend wirkt. Im Laufe der Zeit merke ich, dass das auch Strategie ist, denn er wirkt intensiv deeskalierend auf mich ein und sagt mir durch die Blume immer wieder, dass ich besser alles tue, um nicht vor Gericht zu landen. (Anwaltskosten ingesamt bisher ca. 4000€, alles vorgerichtlich).

Am Vorabend der Mediation bekomme ich eine Mail von der KM, die nicht nur ich als massiven Angriff wertet. Es ist klar, dass diese Mail zwar nicht direkt von einer Anwältin geschrieben worden ist, aber doch unter Einfluß einer Rechtsberatung entstanden ist.
Hier wird mir massiv vorgeworfen, dass ich seelisch krank sei, mich nicht an „Absprachen“ halten würde, gesagt dass ich mein Sorgerecht behalten soll (ich sag nicht, ist nichts Wert, aber beinhaltet eigentich auch nichts, was die KM wirklich stören könnte, ausserdem vielleicht bei mir besonders schwer zu entziehen, denn die KM hat es mir ja zugestanden, als sie schon wusste, dass ich unter Depressionen leide). Vor allem aber gesagt, dass sie den Umgang weiter auf zweimal die Woche reduzieren möchte!
Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits zum Kennenlern-Gespräch bei besagtem Anwalt, so dass ich diesem die mail der KM und meinen Anwortvorschlag zukommen lasse. Der RA ändert in meiner Antwort nicht nur das Sehr geehrte Frau sowiso ins DU um, sondern noch so einiges anderes, was ich noch heute ehrlich gesagt ziemlich cool find. Resultat ist, dass es während der Mediation (5 Monate) bei 3 Umgangsterminen die Woche bleibt. Also ein Erfolg für mein Kind und mich. Zu diesem Zeitpunkt fühle ich mich seelisch noch ziemlich stabil, den Umständen entsprechend, aber definitiv nicht krank.

Die Mediation wird anstrengend und der Mediator ist zwar relativ gut (kein Jurist), aber doch durch seine Kenntnis des Familienrechts voreingenommen und wirkt auf mich nicht neutral. Neutral bedeutet für mich, man geht von einer Betreuung von 50:50 aus und schaut, dann wie sich was realisieren lässt. Jeder äußert zu den einzelnen Punkten seine Vorstellungen und dann versucht man argumentativ zu einem Kompromiss zu kommen. So war es definitiv nicht. In einem der ersten Termine fragt der Mediatior, wie der Umgang momentan aussieht und wir einigen uns dann darauf, dass der Umgang während der Mediation zunächst so weiterlaufen soll.

Irgendwann ist dann auch mein Jugendamtstermin, ich gehe mit unserem Sohn, den die KM mir extra mitgibt, hin, was wohl insgesamt einen guten Eindruck macht. Ich hatte mich natürlich vorher genau im Internet und bei Bekannten informiert, was ich beachten sollte.
Ich nehme zunächst keine Vertrauensperson mit. Gegen Ende des Gesprächs habe ich den Eindruck, dass die ganze Aktion nichts gebracht habe und äußere das auch so. Darauf fragt die Sachbearbeiterin mich, was ich mir denn vorgestellt hätte, und ich frage, ob es nicht irgendwelche Broschüren oder so gäbe, wie Umgang üblicherweise geregelt wird. Ich bekomme den „Wegweiser für den Umgang“ vom menschenrechtsverachtenden VAM (V). Ich arbeite ihn durch, kenne die Kritik von Väterseite (keine Erwähnung des Wechselmodells), finde ihn insgesamt aber als Arbeitsgrundlage halbwegs brauchbar. Ich denke jedenfalls heute, dass die JA-Mitarbeiterin mich nicht zwingend einfach auflaufen lassen wollte, sondern, dass sie die Mediationstheorie beachten wollte, nach der es zu Beginn von Umgangsmediation am Besten ist, wenn die Eltern möglichst wenig über die rechtliche Lage wissen, um so ihre eigenen Lösungen erarbeiten zu können. Ihren Abschiedssatz werde ich allerdings nicht vergessen: "Am Besten für Sie ist es, wenn wir uns nicht wiedersehen." (O.k., positiv betrachtet, eine ehrliche Ansage.)
Ein gutes halbes Jahr später, nachdem sich der Staub gelegt habe, sollte ich noch einen weiteren Grund erfahren, weshalb man sich auch als Vater unbedingt beim JA persönlich vorstellen sollte. Die KM wird mir nämlich dann gestehen, dass sie später nocheinmal dort war (bei laufender Mediation (!)) und dort um Hilfe gebeten hat, weil sie Angst hatte, ich würde unserem Kind etwas antun!! (Kraaasss!!) Als ich das hörte war ich stinksauer und habe das der KM später
auch sehr deutlich und undiplomatisch kommuniziert. Aber gut, es hat mir auch klar gemacht, dass die KM mich wirklich als sehr aggressiv (rein verbal) erlebt hat und das ihre Angst, wenn auch für mich unverständlich, nicht gespielt war.
Wenn ich mich nicht bei der JA-Mitarbeiterin vorgestellt hätte, hätte sie auf dieses Anliegen der KM vielleicht reagiert. So hat sie mich wohl nicht so eingeschätzt, als würde ich ein Familiendrama veranstalten. Das einzige was ich von ihrer Seite hierzu mitbekommen habe, war ihre sehr eisige Stimme, als ich noch mal wegen Umgangsrecht der Großeltern bei ihr anrief.

Zurück zur Mediation, irgendwann sagt der Mediator dann, die Regelung dreimal die Woche sei doch ein Mediationsergebnis. Ich protestiere, aber die KM springt auf diesen Zug voll auf und sagt Dinge wie, natürlich sei dies als Dauerlösung gedacht und sie hätte schon so viele Zugeständnisse gemacht und sie könne es mir sowieso nicht Recht machen. Jetzt steht die Mediation wirklich auf Messers Schneide und der Mediator bietet ausdrücklich an, diese abzubrechen. Es kommt zu einer Pause, da die KM mit Kind eine Woche ans Meer fährt. Am Ende schenkt sie mir ein Buch (ich hatte Geburtstag): „Glückliche Scheidungskinder“. Puuh, ein sehr positives Zeichen, wie ich finde. Sie entscheidet sich dann auch dafür die Mediation fortzuführen, und mit viel Tricks und Drücken und Ziehen und Psychologie kommt sie mir endlich entgegen und wir einigen uns auf Übernachtung bei mir 1x wöchentlich am WE, sowie Kontakte Mo, Mi, Fr. Also an 5 Tagen in der Woche.
Zu Beginn der Mediation hatte der Sozialpädagoge erwähnt, dass es bei seiner Stelle der Jugendhilfe auch die Möglichkeit einer gemeinsamen Rechtsberatung gäbe. Zweimal sage ich, dass ich hierzu gerne einen Termin vereinbaren möchte, zweimal winkt er ab, als dann die Mediation fast scheitert und ich von ihm höre, dass allgemeingesellschaftliche Kritik mediationsgefährdend seien, mache ich einfach ohne sein Wissen einen Termin bei dieser Rechtsberatung mit der KM aus.

Das war auch mit zeitlichem Abstand die richtige Entscheidung, auch wenn dort wirklich die Fetzen flogen. Aber immerhin in konnte meine allgemeingesellschaftliche Kritik los werden („Frauen sind immer sehr für Gleichberechtigung, aber wenn es um das eigene Kind ist betrachten sie dieses als ihr persönliches Eigentum“ ( gut ne? Hab ich irgendwo gelesen oder gehört.)) und ich bekam die großzügige Gelegenheit mir meinen Umgang zu erkaufen.
Wieso da die Fetzen flogen? Naja, Frau Rechtsanwältin mit Doppelnamen war so enttäuscht von meinen Äusserungen über den jugendamtlichen Unterhaltstitel (im Prinzip was ich im Trennungsfaq gelesen habe) und meine Äusserungen über einen Zusammenhang zwischen Umgang und Unterhalt (wie ich es im Väterkompass des VAFK gefunden habe.), dass sie die Mediation nach einer viertel Stunde am liebsten abgebrochen hätte. Als im zweiten Termin dann die KM sagte, dass ich ihr auch rückwirkend Betreuungsunterhalt überweisen muß, weil ich sonst meinen Umgang alle 14 Tage einklagen könnte, war der Zusammenhang zwischen Umgang und Unterhalt für die „Mediatorin“ plötzlich gar nicht mehr sittenwidrig, sondern (oh Gott, oh Gott), wovon hat die arme KM denn seither gelebt? (Äh, Elterngeld?!)
Ich überlege bis heute, ob ich dieser Person noch irgendwie ans Bein pissen kann. Strafanzeige, Beschwerde bei der Rechtsanwaltskammer, oder so. Vorschläge hierzu werden dankend angenommen.

So, dass ist meine Geschichte bisher. Die Trennung ist inzwischen über ein Jahr her, ich freue mich intensiv die Entwicklung unseres Sohnes miterleben zu dürfen. Es bestätigt mich in meinem männlichen / väterlichen Rollenverständnis nicht nur Erzieher, sonder auch Versorger sein zu dürfen ;-). O.k., die genaue Höhe des Unterhalts steht noch nicht eindeutig fest. Aber ich bin mir bewusst, dass ich wohl auch weiterhin von dem Privileg profitieren werde dürfen, mir meinen Umgang zu erkaufen.

Was meine Depression angeht, so hatte ich als die Mediation fast gescheitert wäre, mehrfach Panikattacken und wohl auch so etwas wie einen kleineren Rückfall. Positiv daran ist, dass ich zu Beginn der Trennung zwei höchstprofessionelle psychologische Ratgeber (meinen Psychotherapeuten und meine Psychiaterin) hatte, die mit ihren Beratungen wesentlich dazu beigetragen haben, dass ich in der Mediation mich psychologisch halbwegs richtig der KM gegenüber verhalten habe.

Also, danke für Eure Seiten trennungsfaq und pappa.com, danke für Euren Rückhalt vafk. Mal sehen wohin die Reise geht.

[Diskussion hier: http://www.trennungsfaq.com/forum/showth...&pid=56653 ]
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#2
Weitere Beteiligte der Helferindustrie:

- Väterberater beim Sozialdienst der katholischen Frauen
- ISUV-Kontaktanwalt und Kreis-"Aktiver"
- Nächste Mediatorin eines anderen kirchlichen Verbandes
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#3
Derzeit läuft alles super.
Ich sehe Sohnemann (2) immer noch an 5 Tagen die Woche, inkl. zwei Übernachtungen bei mir. Das Verhältnis zur KM ist so gut, dass ich momentan mit ihrem Auto durch die Gegend fahre und jeden Tag anrufe, um mit meinem Sohn zu "telefonieren".
Wieso habe ich dass erreicht? Klar, viel, viel Glück mit der KM.
Aber auch trennungsfaq und pappa.com gelesen und auch danach gehandelt. Immer Unterhalt (sogar rückwirkend) bezahlt, ganz nach der Devise: 1. Kind 2. Gesundheit 3. Geld.
(Mein Konto ist vierstellig überzogen seit der Trennung und mein erspartes Weg! Na und? Scheiß drauf. Soviel Papa sein zu dürfen ist unbezahlbar. Meine Gesundheit liegt im Argen, wird aber langsam deutlich besser. Depression ist stabil, vielleicht schaffe ich demnächst das Rauchen aufzuhören.)
Immer, naja, nicht immer, aber so gut es irgend ging, "nett" zur KM gewesen. Was kindbezogenes zum Muttertag geschenkt, und so. Wenn das Kind bei mir ist, dreimal am Tag kindbezogenen SMS geschickt, und so. Trotzdem, sofort von Anfang an, massiv Theater gemacht und viele Tipps auch von dieser Seite angewandt.
Zum Beispiel "die Wahrheit" begraben, also gelogen, und vor allem gut aufgepasst, wo sie "lügt" bzw. Ihre Sichtweise massiv emotional überdreht ist. (Geht die doch während der Mediation zum JA und bittet dort um Hilfe, weil Sie Angst vor physischer Gewalt von mir hat.)
Wenn ich heute, ein Jahr später daran denke. Die Polizei war da, weil ich mein Kind gegen ihren Willen ins Bett legen wollte. Wir haben uns so gefetzt, dass ich ihr wirklich fast die Zähne eingeschlagen hätte. Oh Gott, sei dank, dass ich mich zurückhalten konnte, trotz allem.
Mein Söhnchen wird es mir danken und ich fühle mich sehr männlich, denn ich habe nicht ohne Hilfe, aber doch alleine, das "System" und die Mutterzentriertheit besiegt. Nicht wie von Clausewitz, sondern dieser chinesische Kriegsphilosoph. "Wenn Du Deinen Feind nicht besiegen kannst, dann umarme ihn" Oder so.
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#4
Morgen wird mein Sohn getauft! Mit anschließendem Kaffeetrinken mit hoffentlich möglichst vielen Verwandten beider "Seiten".

Wie gefällt Euch meine Taufrede?


Lieber ..., liebe ... – Mama von F., lieber Herr Pfarrer , liebe Paten, liebe Familie und Freunde von ..., liebe Gemeinde,

ihr alle wisst, wie sehr xx sich gewünscht hat, dass ich heute eine Rede halte. Gute Reden sind kurz, also fasse ich mich kurz.

Heute geht es um Dich, , und damit vor allem um die Zukunft.

Deshalb will ich jetzt nicht erzählen, weshalb es für mich so wichtig war, dass Du getauft wirst. Oder weshalb ich nie und nimmer aus der evangelischen Kirche austreten werde.
Vielleicht nur kurz dieses: als ich nach dem ersten Anlauf Dich zu taufen, anstatt eines Taufgespräches mit Deinem Taufpfarrer, r, diesen um ein eher seelsorgerisches Gespräch bat, erzählte der mir u.a., dass er selbst alleinerziehender Vater von ... Kindern sei. Nach diesem Gespräch, hatte ich sinngemäß folgenden Gedanken, der mich noch sehr, sehr lange begleiten wird: „ Hallelulia, heilige Dreifaltigkeit, bin ich froh, dass wir evangelisch sind!“

Heute ist ein Fest der Freude für Dich, und darum möchte ich auch nicht wiederholen, welch schwierige Herausforderungen Deine Eltern, zu bewältigen hatten, seit dem Tag, an dem wir erfahren haben, dass Du unterwegs bist.

Statt dessen möchte ich lieber drei Dinge zitieren, deren tiefere Bedeutung ich Dir für Dein ganzes Leben wünschen möchte:

Zuerst beginne ich, zur Auflockerung, mit einem uralten Witz:
„Was ist der Unterschied zwischen einem Amerikaner und einem Europäer?
Für den Amerikaner sind 200 Jahre eine lange Zeit. Für den Europäer sind 200 km ein langer Weg.“

Als zweites ein Zitat aus einem sehr expliziten Trennungsratgeber für Väter:
„Spätes Aufarbeiten einer strittigen Trennung ist eine Psychologenphantasie, die sicher richtig wäre, aber in der Praxis selten etwas bringt.
Der Ausweg besteht darin, die eigene Angst loszulassen und die mütterlichen negativen Gefühle wie Panzerglas von Licht durchstrahlen zu lassen. Mit Diagnosen über sie muss man aufhören. Stattdessen versetze man sich in ihre Lage und überlege sich, wo ihr unbeabsichtigt Schmerz und Angst zugefügt worden sind. Man sollte einen Neuanfang vorschlagen.“

Zuletzt lese ich zwei Passagen aus einem Buch vor, welches, lieber ..., jemand der Dich mehr liebt, als sich selbst, mir zu meinem xx Geburtstag geschenkt hat:

Zunächst aus dem Kladdentext: „Kinder müssen unter der Trennung ihrer Eltern nicht leiden – es gibt Wege sie glücklich aufwachsen zu lassen. Getrennt leben, aber GEMEINSAM erziehen, das ist möglich.“

Jetzt von S. 191:
„Monika Czernin: Victor wird in die soziale Isolation getrieben. Er hat das Vertauen in die Familie seiner Ex verloren und bekommt Angst. Statt sich darauf zu verlassen, dass sie es mit seinen Kinder nach wie vor gut meinen, ist ihm Alles ein Dorn im Auge. Sein gestörtes Wohlbefinden kann ihn dazu verführen, mit einer Gegenattacke in psychologischer Kriegsführung zu reagieren.
Remo Largo: Genau das ist das Problem. Die einseitige Parteinahme der Verwandten und Bekannten bewirkt leider das Gegenteil von dem, was angezeigt wäre. Anstelle von Solidarität für die betroffenen Erwachsenen und Kinder kommt es zu einer Polarisierung und Zerstörung des Beziehungsnetzes. In der Not rückt die Verwandtschaft zusammen, und der nicht zur Familie gehörende Elternteil wird ausgegrenzt und zum Sündenbock gemacht. Ein kollektiver Racheakt. Er dient letztlich niemandem und schadet dem Kind. Sie vereinsamen und geraten in Loyalitätskonflikte.
MC: Bei mir war es eher umgekehrt. Beide Familien haben sofort beteuert, dass unsere Trennung an ihren Beziehungen zu jedem von uns nichts ändern werde. Das war sehr hilfreich und gut für unsere Tochter. Sie blieb in beiden Familien aufgehoben und wir, ihre Eltern, hatten nicht das Gefühl, dass einer dem anderen das Kind wegnehmen möchte.
RL: Auch bei mir war es so Das Verhältnis zu meine Ex-Schwiegereltern und dem Rest der Familie wurde durch die Trennung nicht beeinträchtigt. Familienfeste wie Weihnachten oder Geburtstage haben wir auch Jahre nach der Scheidung noch gemeinsam gefeiert. Für die Kinder ist auf diese Weise die Familie intakt geblieben, auch wenn Mutter und Vater an verschiedenen Orten wohnten. Es waren glückliche Umstände, und ich bin bis heute dankbar dafür.
MC: Etwas überspitzt könnte man sagen: Für das eigene Wohl und das Wohl der Kinder sollte man alles daran setzen, damit es dem Ex-Partner möglichst gut geht. Eine paradoxe, aber für alle vorteilhafte Art, mit der Scheidung umzugehen. Wem es gelingt, den kann man dazu nur beglückwünschen.“

Einen großen Wunsch für Deine Zukunft verbinde ich noch mit diesem Tag.
Nämlich, dass Du, wenn Du auf die Konfirmation zugehst, sinngemäß etwa folgendes zu mir sagen wirst: „Weißt Du lieber Papa. Es stimmt schon, wenn die Leute sagen: Du bist nicht ganz dicht. Aber dieses Ding mit der Kirche und diesem jüdischen Wanderprediger, der sich vor 2000 Jahren zur Vergebung unsrer Sünden hat ans Kreuz schlagen lassen, da ist doch echt was dran.“

In diesem Sinne, Alles wird gut, Amen.
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#5
Immer noch alles einigermassen gut.
Habe ein wunderschönes Papa-Kind-WE hinter mir.
Habe eine neue Stelle, eine Stunde Fahrtzeit, von hier angefangen.
Nun muss ich mir neu erarbeiten, dass Rücksicht auf meine familiäre Situation genommen wird.
Aber es wird gehen, wenn auch mit Gebrummel, denn zum Glück wird meine Qualifikation derzeit sehr gesucht.

Inzwischen ist mir zweifelsfrei klar, dass nach der Trennung die Sachbearbeiterin des JA und unser Mediator während der Mediation miteinander kommuniziert hatten!
Sie hatten sich also über Inhalte ausgetauscht, welche vertraulich gehandhabt werden sollten. Sogar vertraglich vereinbart!
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#6
Alles gut. Sohnemann ist fünf, entwickelt sich prächtig, freut sich zwei bis vier Mal die Woche bei Papa zu übernachten, Papa holt und bringt ihn von und zum Kindergarten, KM geht es auch gut. Wohnt in Wohnung mit Garten und vielen Kindern in der Nachbarschaft. Puuh.
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#7
Hast wohl letztendlich alles richtig gemacht. :-) trotz Depressionen und Panikattacken ... Kompliment
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