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sehr fragliche ADHS Diagnose... - 202604ryan - 01-05-2026 Hallo in die Runde, ich suche Erfahrungen/Einschätzungen zu folgender Situation: Grundschulkind, Verhalten wird als „auffällig“ gesehen. Schule und Mutter tendieren stark in Richtung ADHS und sehen vor allem Medikation gegen ADHS als Lösung. Die Mutter war bereits allein beim Arzt und hat ihre Sicht geschildert. Die Schule hat zusätzlich einen Bericht verfasst, der aus meiner Sicht auch deutlich in Richtung ADHS formuliert ist. Der Arzt hält diese beiden Angaben + "Tests" offenbar bereits für ausreichend. Meine Fragen:
RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - expat - 01-05-2026 Das ist für kleine Kinder und insbesondere Jungs widernatürlich, den ganzen Tag still und brav zu sein. Morgens in der Schule, nachmittags bei der faulen Mutti die sich auf dem Sofa den Hintern platt sitzt. Würde alternativ empfehlen das Kind zweimal unter der Woche zum Sportverein zu bringen. Und am Wochenende sowohl Samstag als auch Sonntag was körperlich forderndes zu unternehmen. Den Bewegungsdrang des Kindes mit Medikamenten zu unterdrücken ist Missbrauch. RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - 202604ryan - 01-05-2026 Gute Punkte, danke expat. Allerdings habe ich verstanden, dass die Medikation nur vormittags wirkt – das scheint die Mutter auch zu wissen. Muss ich befürchten, dass die Medikation auf Wunsch der Mutter sogar weiter erhöht wird, nach dem Motto: „Es wirkt noch nicht“? RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - expat - 01-05-2026 Ich würde alle Register ziehen, damit es hier gar nicht erst zu einer Medikation kommt. Das sind starke Psychopharmaka, die wirken nicht nur morgens. RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - NurErzeuger - 01-05-2026 Die Mehrheit der Kinder dürfte heutzutage in Städten und in Wohnungen leben. Sportunterricht wird in den Schulen auch immer weniger, entfällt sogar meistens. In der Klasse muss man ruhig sitzen. Ok, das mussten wir früher auch, aber wir sind auch zu Fuß in die Schule gegangen und hatten jeden Tag Turnunterricht. Anschließend nach der Schule ging es in den Wald und auf die Wiese. 5 Stunden Bewegung am Tag war normal. Wie soll das ein Stadt- und Wohnungskind bekommen? RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - NurErzeuger - 01-05-2026 ... RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - 202604ryan - 01-05-2026 Der Schulbericht nennt allerdings zusätzliche typische ADHS-Merkmale wie z. B. Konzentrationsprobleme und geringe Ausdauer, wodurch die "Diagnose" aus meiner Sicht in eine klare Richtung gelenkt wird; anstatt zuzugeben, dass sie sich nicht genug um das Lernen der Kinder kümmern... wie in einem Artikel "Warum es so viele ADHS-Fehldiagnosen gibt und was Lehrer damit zu tun haben" (Juni 2024) beschrieben wurde. Kern des Artikels: Lehrkräfte haben realen Einfluss auf Wahrnehmung und Umgang mit ADHS; Erwartungen und Einschätzungen von Lehrern können sich auf Bewertung und Unterrichtsgestaltung auswirken. Etc. Die Mutter steht gegenüber der Schule in einem konflikthaften Verhältnis, da sie (aus meiner Sicht teilweise berechtigt) auch in anderen Punkten mit der Schule unzufrieden ist. Gleichzeitig unterstützt sie jedoch das Kind mit ADHS einfach so zu etikettieren und erhofft sich offenbar Hilfe durch eine mögliche Medikation. Ich bin damit nicht einverstanden, meine Haltung ist einfach als mangelnde Kooperation und als Verharmlosung des "Problems" des Kindes eingestuft... RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - Nintendo - 01-05-2026 Vielleicht hat das Kind wirklich ADHS? Der Schule würde ich schon vertrauen. Die können es in Vergleich zu anderen Kindern gut einschätzen. Besser als Eltern auf jeden Fall. Gegen Schule, Ärzte und die Mutter anzukämpfen halte ich für nicht angebracht. Ist ein sinnlose Kampf. Du kannst einfach auf Medikamente verzichten, wenn er bei dir ist. RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - expat - 01-05-2026 @nintendo steile these. die schulen schaffen es seit 50+ jahren nicht, den ihnen anvertrauten kindern ausreichend bewegung zu verschaffen. aber für eine empfehlung wie man das nicht ganz neue zappelphilipp-symptom mit psychopharmaka lösen kann, sollen sie qualifiziert sein. woher nimmt das lehrpersonal die kompetenz, um langzeitfolgen dieser sedierung einzuschätzen? wie sehr institutionen das kindeswohl im blick haben, lässt sich ja hervorragend in den jugendämtern betrachten. die sind, genau wie die grundschulen. komplett frauen-dominiert. auch die ärzte sind vor allem profitgetrieben. es wird alles mögliche verschrieben und verordnet, solange es nur gewinn bringt. RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - Aufstieg - 02-05-2026 Das ist die neue Mode Diagnose, ist ein Schulwechsel möglich? Waldorf oder freie Schule? RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - 202604ryan - 02-05-2026 Ein Schulwechsel hat die Mutter überlegt und die aktuelle Schule würde sich freuen, uns los zu werden. Beim letzten Schulgespräch war die Rede von Klasse wiederholen aber mit Medikation, weil die Schule gute Erfahrungen hat. Natürlich hat Dies die Schule schriftlich nicht protokolliert. Zum Beitrag von Nintendo habe ich vorher nicht erwähnt, dass die Mutter falschen Angaben ans Arzt lieferte. Daher mit einer Schule und einer Mutter pro Adhs-Diagnose und ein Arzt, der nach Wunsch Bericht erstellt… hat das Kind aktuell ein falsche Etikettierung, obwohl ich formell den Bericht nicht freigegeben habe. Beschwerde bei der Ärztekammer habe ich überlegt… ich denke aber, dass es fürs Kind nichts bringen wird. RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - JohnDoe2000 - 02-05-2026 Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass die Medizin keine exakte Wissenschaft ist und dass die Ergebnisse von Tests in der Regel der klinischen Interpretation durch Fachleute unterliegen. Dies muss unbedingt berücksichtigt werden. In Fällen familiärer Uneinigkeit treten leider oft komplexe Dilemmata auf. Einerseits erleichtert die Suche nach einem Konsens zwischen den Parteien in der Regel den Prozess; andererseits besteht bei tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten über die Behandlung (z. B. Therapie versus Medikation) die Möglichkeit, dass das Justizsystem auf Antrag eingreift. In solchen Fällen stützen sich die Gerichte in der Regel auf das Gutachten unabhängiger medizinischer Sachverständiger. Diese Gerichtsverfahren können kostspielig sein und sich als komplex erweisen. Bei anhaltender Uneinigkeit sieht der Rechtsrahmen vor, dass ein Richter entscheidet, welcher Weg das Wohl des Kindes am besten schützt, wobei er die Entscheidungsbefugnis in Gesundheitsfragen an einen der Elternteile übertragen kann, wenn er der Ansicht ist, dass es keine andere Möglichkeit gibt, den Konflikt zu lösen (was in der Regel der Grund dafür war, dass letztendlich den Antrag gestellt wurde). RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - Nappo - 02-05-2026 Erfahrungsgemäß halten Pädagogen sich auch oft für Psychiater, Therapeuten, Ärzte und Vieles mehr, weil irgendjemand ihnen irgendwann gesagt hat, sie hätten von allem Ahnung - was leider völlig falsch ist. Ich kenne genügend Pädagogen, die gerne Laiendiagnostik betreiben und sich dabei ganz toll fühlen. Ein Dorn in meinem Auge, so groß wie ein Dachbalken. Dann außerdem noch die Tendenz, Kinder heutzutage in Scharen durch die Kinderpsychiatrien zu jagen. Das ist eine Mischung aus Ideologie und totaler Inkompetenz. Verantwortungsexport hin zum Kind und weg von den Versagern die sich Lehrkräfte nennen. Das alles nutzt Dir aber erst mal wenig. Hier kommt ein Arzt mit Gefälligkeitsattest hinzu, der das schreibt was die Mutter möchte, damit er sie los ist und abrechnen kann. Am Ende des Tages aber ist eine ideologische Debatte zu vermeiden und wesentlich besser, den Sack seriös zu zu machen. Dann gehört das Kind schlicht einer Testung und Diagnose unter ausführlicher Anamnese unterzogen. Das geht nur beim einem Kinder- und Jugendtherapeuten, der da auch darf und zumeist als psychologischer Psychotherapeut auftritt oder eben in einer Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hier wäre zu prüfen, ob der Arzt, der bislang aufgetreten ist, überhaupt auf diesem Gebiet tätig werden kann und darf. Und erst dann - und es dauert, bis man einen Termin hat, kann man schlussendlich etwas sagen, denn eine seriöse Diagnose lebt von Ausschlusskriterien und ich bezweifle, dass so etwas stattgefunden hat. Zu guter Letzt darf man sich nie von Pädagogen vor sich her jagen lassen. Den Fokus auf das Kind legen. Sport treiben, für Ausgleich und Unterstützung sorgen und für wertschätzende und hilfreiche Maßnahmen bei Hausaufgaben und Co ohne in den Konflikt mit dem Kind zu gehen. Den Lehrern sagen, dass man sich "kümmere" um entsprechende Maßnahmen und Untersuchungen und man sie informiert, wenn man mehr weiß. RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - 202604ryan - 02-05-2026 Vielen Dank, Nappo und JohnDoe2000. Genau wie Ihr dies beschreibt... und das muss ich in meiner nächsten Antwort mitberücksichtigen, dass die Mutter Richtung Gericht laufen wird... erst zuerst mit Anwaltsbriefen... Vater ist blind und glaubt an "typische Verschwörungstheorien von Vätern"... RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - Nappo - 02-05-2026 Die nächste Antwort kann und sollte ja durchaus so sein, dass man sich eines genauen Blickes auf das Kind gar nicht entgegen stellen will, sondern eben nur Sicherheit und Abklärung im Interesse des Kindes haben möchte. Das kann man auch wohlwollend argumentieren, also so, dass sich das andere Elternteilt verstanden und abgeholt fühlt. Das soll hier von mir kein psychosoziales Dummgequatsche sein, sondern Strategie. Denn selbst dann, wenn Eltern überworfen sind, sollte eine Seite klar zu stellen imstande sein zu kommunizieren, dass sie - wie hier - zumindest teilweise das Ganze genau so sehen. Die Mutter scheint zwar leider auch jemand zu sein, die gerne mal den bequemen Weg über die Pille geht, weil sie offensichtlich der Bequemlichkeit gerne frönt, aber es geht letztlich - und da ist zu hoffen, dass sie auch so denkt - ja nun wirklich ausschließlich um den weiteren Weg des Kindes. Ich habe mich u.a. mit der ADHS Symptomatik durchaus auch befasst. Und meine kritischen Vorredner haben durchaus Recht wenn sie sagen, dass die Kinde allzu gerne abgestempelt werden und das für Schule und Co dadurch "einfacher" ist. Die fühlen sich immer sicherer, mit einem Wisch als Attest in der Hand - warum auch immer. Andererseits gibt es die ADHS-Symptomatik tatsächlich. Die wirklich betroffenen Kinder sind dann eigentlich im Nachteil, weil andere dies als Modediagnose für nicht-Betroffene nutzen. Und nein, niemand hat einen Vorteil durch die Medikamentation, wenn sie vielleicht nicht angezeigt ist. Ein "echtes" ADHS-Kind muss quasi 24h betreut werden. Dort wo es falsch vermutet wird, ist es eine Katastrophe für die Kinder. Nur eine vernünftige Differentialdiagnostik hilft da weiter. Und die beinhaltet viel, Das fängt an bei Untersuchungen der Ohren (hört sich blöd an, ist aber so), denn manchmal sind ganz profane Dinge Grund für auffälliges Verhalten und das kann sogar eine Hörschwäche sein und hört auf beim einem IQ-Test. Was soll hier ein doofer, ignoranter Familienrichter richten? Null. Das macht alles nur noch schlimmer RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - Nintendo - 02-05-2026 Ja, genau das ist die Gefahr. Aber es geht nicht um Verschwörungstheorien von Vätern, sondern um das Kind. Ich weiß nicht wie die Situation in der Schule ist, aber leistungsmäßig scheint es offensichtlich äußerst schlecht zu laufen. Das wären dann Fakten und es muss dem Kind geholfen werden. Dagegen gibt es keinerlei Argumentation die anders lauten könnte. Ob die Schule einen ADHS-Verdacht hat oder nicht spielt keine Rolle. Denn es wurde höchstens empfohlen das durch einen Arzt zu testen, was die Mutter vorbildlich getan hat. Wie willst du dagegen argumentieren? Was qualifiziert dich, das besser zu wissen? Hast du überhaupt das Wechselmodell, sodass du dich aktiv um irgendetwas langfristig kümmern kannst? Wenn nein bist du aus Sicht aller Beteiligten irgendein Wochendvater, der dem Kind (und der Mutter) Steine in den Weg legen will. Da ist jedes weitere Vorgehen zwecklos und eine absolute Geldverschwendung. RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - JohnDoe2000 - 02-05-2026 (Gestern, 19:12)Nappo schrieb: Was soll hier ein Familienrichter richten? Einer der Parteien das Sorgerecht entziehen und es vollständig der anderen Partei übertragen. RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - 202604ryan - 03-05-2026 Ja, Nintendo, genau so wird es wohl laufen (ich, der Vater, der nur Steine in den Weg legt). Würdest Du der Medikation Deines Kindes gegen ADHS zustimmen, wenn Du Zweifel an der Darstellung der Mutter hast und den Eindruck gewinnst, dass der ärztliche Bericht stark von ihren Angaben beeinflusst wurde? RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - Nintendo - 03-05-2026 Tatsächlich ist eines meiner Kinder aktuell in so einer Situation. Läuft auf Medikation raus, wobei noch unklar ist, ob ADHS oder Antidepressiva besser wären. Die Mutter stellt die psychischen Probleme auch gerne mal schlimmer da als es vielleicht ist, auf der anderen Seite bekommt das Kind so die Hilfe, die es braucht. RE: sehr fragliche ADHS Diagnose... - JohnDoe2000 - 03-05-2026 (Vor 5 Stunden)202604ryan schrieb: Würdest Du der Medikation Deines Kindes gegen ADHS zustimmen, wenn Du Zweifel an der Darstellung der Mutter hast und den Eindruck gewinnst, dass der ärztliche Bericht stark von ihren Angaben beeinflusst wurde? Basierend auf einem realen Fall, der natürlich als Einzelfall betrachtet werden kann, kam es in einem Gerichtsverfahren zu folgender Situation:
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