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Bertelsmann: Wenn Väter ihren Unterhaltspflichten nicht nachkommen
#76
Der Westen:

Kommentar von Ralf Feldmann, Familienrichter a. D., zum geplanten Führerscheinentzug für zahlungsunwillige Eltern.

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/a...09766.html
"Du Mama. Wenn Papa tot ist kauf ich mir meinen eigenen Ponyhof!" - CosmosDirect Lebensversicherung, 2007

Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Vater
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#77
(19-08-2016, 10:44)Sixteen Tons schrieb: http://www.derwesten.de/staedte/bochum/a...09766.html

Naja, er kuriert auch nur an Symptomen herum:

Der Sinn des Vorschlags, den U-Vorschuß zu verlängern, erschließt sich mir nicht, denn schließlich sind mit 12 Jahren die Kinder alt genug, daß sie keine Ganztagsbetreuung durch die KM mehr brauchen und diese somit arbeiten gehen kann.

Richtig wäre es gewesen, wenn er das Wechselmodel gefordert hätte.

Simon II
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#78
Pressemitteilung | Datum 21. Dezember 2016

Kabinett beschließt: Fahrverbot bei allen Straftaten


http://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitt...7.1_cid324

Zitat:Das Bundeskabinett hat heute den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuchs, des Jugendgerichtsgesetzes, der Strafprozessordnung und weiterer Gesetze beschlossen. U.a. ermöglicht der Regierungsentwurf Gerichten, künftig ein Fahrverbot als Nebenstrafe bei allen Straftaten zu verhängen.
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#79
Tja, dann also demnächst zu Fuß zum Mindestlohn...
"Du Mama. Wenn Papa tot ist kauf ich mir meinen eigenen Ponyhof!" - CosmosDirect Lebensversicherung, 2007

Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Vater
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#80
Im Unterhaltsrecht ist das ein zahnloser Tiger:

Die Väter, die keinen Unterhalt zahlen, sind i. d. R. nicht leistungsfähig und was soll dann ein Fahrverbot bewirken?

Und die unterhaltsprellenden Frauen werden sowieso i.d.R. nicht belangt.

Simon II
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#81
Das bewirkt schon was. Schliesslich kann man sich dann ganz offiziell darauf berufen, keinen Job oder keinen besseren Job woanders machen zu können, schliesslich dürfe man amtlich verordnet nicht fahren. Das hat Auswirkungen auf die zivilrechtliche Seite des Unterhalts. Eine der Begründungen für fiktives Einkommen fällt weg.
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#82
(22-12-2016, 11:02)p__ schrieb: Das bewirkt schon was. Schliesslich kann man sich dann ganz offiziell darauf berufen, keinen Job oder keinen besseren Job woanders machen zu können, schliesslich dürfe man amtlich verordnet nicht fahren. Das hat Auswirkungen auf die zivilrechtliche Seite des Unterhalts. Eine der Begründungen für fiktives Einkommen fällt weg.

Da hast Du natürlich recht und insofern ist diese Gesetzesänderung vielleicht zu begrüßen?

Ich hatte das jetzt aus der Sicht der eigentlichen Intention gesehen und da dürfte das nichts oder nur wenig bewirken.

Simon II
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#83
(22-12-2016, 10:03)Sixteen Tons schrieb: Tja, dann also demnächst zu Fuß zum Mindestlohn...
.... vorallem die Rettungssanitäter, Kuriere, Pizzafahrer, Postboten, Taxifahrer, Wachleute und so.....
# Familienrechtslogik: Wer arbeitet, verliert die Kinder. Wer alleinerziehend macht, kriegt alles. Wer Kindeswohl sagt, lügt #
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#84
Die tatsächliche Wirkung unterscheidet sich zuweilen ein wenig von der Intention.

Es könnte sogar angeraten zu sein, sich zum Fahrverbot verurteilen zu lassen. Schliesslich bricht einem der Richter damit erst die Türen auf, die aus dem Unterhalt raus führen.

Die vollkommen abgehobene Polit- und Juristenkaste hat einen grundlegenden Mechanismus ignoriert, weil sie sich das nicht vorstellen können und es ausserhalb ihrer kleinen, sicheren Welt liegt: Leute, die nichts zu verlieren haben gehen oft andere als von den Mächtigen vorgezeichnete Wege und sind mit Strafrecht nicht zu verändern. Vor allem dann nicht, wenn sie sich richtigerweise ethisch im Recht sehen.
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#85
Ich vermute, dass das Gericht davon ausgehen wird, dass die super bezahlten Jobs jederzeit mit dem ÖPNV zu erreichen sind.
Mal von diesen Kosten abgesehen, und der Flexibilität, die hier auch schon angesprochen wurde, wird demnächst
noch fiktiver geurteilt werden, als bisher.

Die GesetzgeberIn hat es sich jedoch einfach gemacht, jede Straftat mit einem Fahrverbot verurteilen zu können.
Somit werden auf der anderen Seite schon irgendwie die Richtigen ihre gerechte Strafe bekommen.

Was den Unterhaltspflichtigen betrifft, warte ich auf die ersten gerichtlichen Entscheidungen.
So richtig kann ich mir noch nicht vorstellen, dass damit die Motivation eines Unterhaltsdrückebergers gefördert wird.

Dafür sind die Eintreibungsmechanismen längst gegeben.
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#86
(22-12-2016, 18:35)blue schrieb: Dafür sind die Eintreibungsmechanismen längst gegeben.

Richtig!

Aber wie die Kommunen feststellen mußten, laufen sie meistens ins Leere, da bei jemanden, der nichts hat, auch mit Strafe nichts zu holen ist.

Simon II
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#87
(22-12-2016, 15:15)p__ schrieb: ... Leute, die nichts zu verlieren haben gehen oft andere als von den Mächtigen vorgezeichnete Wege und sind mit Strafrecht nicht zu verändern. Vor allem dann nicht, wenn sie sich richtigerweise ethisch im Recht sehen.


Das werde ich mir ausdrucken und an die Wand pinnen.
https://www.reddit.com/r/Trennungsfragen/
https://t.me/GenderFukc
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#88
Die im Forum mit Link zitierte "Proksch-Studie" ist über das bmfsfj nicht mehr aufrufbar. Also gelöscht.
Hat jemand die Studie auf dem Rechner, oder kann mir sagen, wo ich sie finden kann?
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#89
Die drei Studien in #71 sind noch abrufbar. Im Forum gespeichert.
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#90
(27-07-2017, 14:39)Nappo schrieb: Die im Forum mit Link zitierte "Proksch-Studie" ist über das bmfsfj nicht mehr aufrufbar. Also gelöscht.
Hat jemand die Studie auf dem Rechner, oder kann mir sagen, wo ich sie finden kann?

Meinst du das hier?

http://www.vafk.de/veranstaltung/Familie...oksch.html
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#91
Die Studie könnte man heute noch 1 zu 1 übernehmen. Ich lese daraus genau, wie es bei mir damals abgelaufen ist.
Was mich (aber nur einen ganz kurzen Augenblick) verwundert hat: Die Studie ist von 2002.... Das dies 2014 genauso ablaufen kann und die Richter, Jugendämter sich einen rechten sch... daraus machen, finde ich einfach nur traurig..... Nun ja, wir müssen es realistisch sehen: Es sind nicht Ihre Kinder, die ohne beide Eltern aufwachsen müssen, Es ist nicht Ihr Geld, welches dem/der Kindesinhaber(in) zur Verfügung gestellt wird... Sprich: ES MUSS KEINEN RICHTER, ANWALT, JUGENDAMTMITARBEITER/IN interessieren...
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#92
(06-07-2016, 21:57)bio schrieb: Die Zahlen sind Unsinn. Der VAMV hatte mal veröffentlicht, dass 25 % der Pflichtigen keinen Unterhalt zahlten. Also zahlen 75 %. Die Bertelsmänner haben wohl die Zahlen verdreht.

Die Bertelsmänner verdrehen nichts, sie bereiten sich einen Milliardenmarkt fuer die Tocher Avarto Financial Solutions vor. 

Zur Spezialitaet von Avarto gehoert Inkasso ueber Laendergrenzen hinweg. Die sind selbst auf den Phillipinen und in Thailand aktiv. 

Der Brief eines Jugendamtes mag den Unterhaltspreller am Strand vielleicht kalt lassen, die Vollstreckungsankuendigung eines vor Ort gut vernetzten Bertelsmann Inkassoprofis wird er jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen.
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#93
(07-08-2017, 12:23)Mahatu schrieb:
(06-07-2016, 21:57)bio schrieb: Die Zahlen sind Unsinn. Der VAMV hatte mal veröffentlicht, dass 25 % der Pflichtigen keinen Unterhalt zahlten. Also zahlen 75 %. Die Bertelsmänner haben wohl die Zahlen verdreht.

Die Bertelsmänner verdrehen nichts, sie bereiten sich einen Milliardenmarkt fuer die Tocher Avarto Financial Solutions vor. 

Zur Spezialitaet von Avarto gehoert Inkasso ueber Laendergrenzen hinweg. Die sind selbst auf den Phillipinen und in Thailand aktiv. 

Der Brief eines Jugendamtes mag den Unterhaltspreller am Strand vielleicht kalt lassen, die Vollstreckungsankuendigung eines vor Ort gut vernetzten Bertelsmann Inkassoprofis wird er jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Spezialität von Avarto sind Textbaustein-Briefe und Briefe, die nicht zugestellt werden können.
Da der Auftraggeber von denen sowieso alles bezahlen muss, spielt das keine Rolle.
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#94
@ Mahatu,

Kennst eine Person persönlich die aufgrund von Avarto Dienstleistungen auf den Philippinen oder Thailand Unterhaltsrückstände bezahlt haben?
Oder ist es nur blablabla vom Hörensagen?
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#95
Ja, kenne ich. Expats mit einem Job in Thailand und Vermoegen (spanische ETW) in Europa, was Inkassoprofis im Gegensatz zum Jugendamt sehr schnell aufgrund internationaler Vernetzung entdecken.

Und auch Projekte von Arvato Bertelsmann im Bereich digitaler Transformation. Die Firma heisst korrekt Arvato - im Impressum der Webseite firmieren sie als "Bertelsmann SE & Co. KGaA".

Textbausteine sind Steinzeit, die Zukunft heisst Big Data und maschinelles Lernen. Arvato Systems bietet hierzu sogar Beratung an.

Im Inkassobereich hilft Big Data Unterhaltsschuldner gerade im Ausland ausfindig zu machen, z.B. durch automatisierte Analyse von Social Media, Unternehmenswebseiten, aller Art von Datenbanken, Grundbuecher usw.
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#96
Herrlich. Niemand ist besser reinzulegen wie die "Big Data" Gläubigen. Ich hab schon sehr oft geschrieben: Leute, die vor massenhaft lauter tollen Daten die Realität nicht mehr sehen können haben deswegen schon Kriege verloren.
Das Absaugen aller Daten aus allen möglichen Datenbanken ist bereits seit vielen Jahren Standard. Im Inland schon lange üblich. Hat mir mein Unterhaltssparmodell sehr erleichtert.
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#97
"Big Data" - der BDIU (Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen e.V.) nennt das begeistert Wirtschaft 4.0. (Quelle "Die Inkassowirtschaft" - Ausgabe 15).

Es geht ja nicht nur um dass Sammen (Absaugen) aller Daten, sondern um deren Strukturierung, Optimizierung der Prozesser und automatisierte Entscheidungsfindung, z.B. zahlt der Unterhaltsschulder eher auf Basis eines Briefes oder aufgrund des Telefonanrufes eines asiatischen Call Centers Mitarbeiters.

Sorgen macht sich die Inkassoindustrie allerdings ueber die Datenschutz-Grundverordnung der EU (GDPR): "Der Vorschlag der EU-Datenschutz-Grundverordnung führt in der vorliegenden Fassung zu gravierenden rechtlichen Unsicherheiten und dürfte insbesondere aufgrund der Bedrohung bisher legitimer, integraler Geschäftsmodelle unverhältnismäßig sein." (so 2015 in einer Stellungnahme).

Inzwischen hat der Verband jedoch einen Leitfaden zu GDPR herausgebracht, und hilft mit praktsichen Tipps bei der Umsetzung.

Die spannende Frage ist, ob Jugendaemter & Co. sich auch an die Verordnung halten muessen, oder unter einer der vielen Ausnahmen wie Strafverfolgung fallen.
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#98
(07-08-2017, 15:02)Mahatu schrieb: Es geht ja nicht nur um dass Sammen (Absaugen) aller Daten, sondern um deren Strukturierung, Optimizierung der Prozesser und automatisierte Entscheidungsfindung, z.B. zahlt der Unterhaltsschulder eher auf Basis eines Briefes oder aufgrund des Telefonanrufes eines asiatischen Call Centers Mitarbeiters.

Eben das meine ich ja. Entscheidungsfindung, eher noch Entscheidungshilfen aufgrund automatisch gesammelter und "ausgewerteten" Daten. Bertelsmann hat schon immer an derlei buzzword bingo geglaubt ist ist damit selbst schon kräftig auf die Schnauze gefallen. Erfolgreich waren sie hingegen bei ganz klassischer Lobbyarbeit, Anwanzen in der Politik, Druck und Wühlerei.

Wer sich für das Thema interessiert sollte mal was über die Orca - Plattform lesen, die Mitt Romney die Präsidentschaft gekostet hat. Oder hier: http://www.techradar.com/news/world-of-t...re-1313340

Nicht überall ist man so dumm. Die strenge Zensur und Überwachung der Medien in China läuft kaum über automatisierte Schüffelei und Auswertung, sondern mit einem Riesenheer einiger zehntausend realer Menschen, die still sammeln, beobachten, melden, reagieren. Damit hat der Staat das Land besser im Griff wie jedes andere Land.

"Big Data" lebt eigentlich nur von der psychischen Wirkung aufgrund der Intransparenz der Auswertung. Klassisches Beispiel ist der Schufa-Score, dem so allerhand angedichtet wird und der eine Art Macht aufgrund eines geheimen Algorithmus erzeugt. Ähnlich die Software, die Einbrüche vorhersagen soll. Im Grunde nur eine Karte, die Tatereignisse nach den verfügbaren Kriterien gewichtet und visualisiert. Aber kaum klebt man buzzwords drauf, gibts zehn Firmen die damit Geld machen wollen.

Zitat:Die spannende Frage ist, ob Jugendaemter & Co. sich auch an die Verordnung halten muessen, oder unter einer der vielen Ausnahmen wie Strafverfolgung fallen.

Schon lange haben Jugendämter Durchgriffsmöglichkeiten, die an die der Strafverfolgung heranreichen. Brauchen sie für die Geltendmachung von Unterhalt im Ausland aber gar nicht. Dafür gibts längst routinierte zentrale Einrichtungen, das BfJ zum Beispiel oder das DIJuF. Bertelsmann hofft eh nur wie so oft, staatliche Leistungen selber zu übernehmen, um sich dumm und dämlich dran zu verdienen. Das ist der zentrale Glaube in ihrem Geschäftsmodell. Auch wenn es dabei schon jede Menge Waterloos gegeben hat. Damit haben sie in vielen Kommunen schon so viel verbrannt, dass sie dort praktisch Hausverbot bekamen. Nur die failes states wie NRW sind da offener und liessen sich von Pseudostudien über Personalengpässe belabern, die man natürlich nur mit privater Hilfe beheben könne...
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