Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Wie komme ich heil raus?
#1
Hallo zusammen!

Ich bin hier ganz neu und erhoffe mir den ein oder anderen schlauen Rat. Bei mir beginnt die Kacke nämlich so langsam zu dampfen...

Aber der Reihe nach. Aus "Unachtsamkeit" ein Kind gezeugt welches 2014 geboren wurde. War mehr oder weniger ein One Night Stand. Die ganzen Jahre habe ich mich im klassischen 14-Tage-Wochenende-Modus um das Kind gekümmert. Richtig wohlgefühlt in der Vaterrolle habe ich mich nie. Windeln wechseln, füttern, bespaßen, Hausaufgaben machen, Dinge erklären. Dies alles war mir im Prinzip immer tiefst zuwider. Ich habe das nie gemacht weil ich das aus Überzeugung wollte sondern weil ich dachte, dass man das halt so machen muss bzw. das andere das von einem erwarten.

Dass hier erst gar keine Missverständnisse aufkommen: Natürlich möchte ich, dass es der kleinen gut geht. Ich möchte, dass es prinzipiell allen Menschen gut geht. Egal ob jung, alt, dick, dünn, schlau oder doof. Der Umstand, dass das Kind von mir gezeugt wurde genereiert jetzt keinen Sonderstatus.

Und ja: Ich weiß, dass meine Ansichten nicht gerade die moralisch besten sind. Und ich würde es auch niemanden verübeln mich als bitterbösen Menschen darzustellen. Aber so ist es halt wie ich das sehe. Ich erwarte für meine Position keinerlei Verständnis. Das kann ich schon realistisch einschätzen.

Vor ein paar Monaten konnte ich einfach nicht mehr. Ich habe das Kind dann nicht mehr genommen und der Mutter irgendwas erzählt warum es gerade nicht passt. Eigentlich war es immer so, dass ich mich Sonntags Abend gefreut habe wenn ich sie weder abgeben konnte und am darauffolgenden Montag schon wieder Panik schob weil in 12 Tagen das Kind wieder da ist.

Tja, so blöd es klingt: Aber seit der "Kinderauszeit" geht es mir besser. Kein Druck, keine Panikmache sonder einfach nur das Leben leben. Klingt jetzt wieder blöd aber ich glaube einfach, dass wenn ich das Kind nicht mehr sehe es mir langfristig besser geht.

So, wie ihr euch vorstellen könnt ist Mutti natürlich gar nicht begeistert. Um nicht zu sagen: Sie ist fuchsteufelswild. Sie schrieb mir, dass sie nun alles in ihrer Macht stehende tut - was immer das auch heisst...

Da wir das gemeinsame Sorgerecht haben hielt sie es wohl für eine gute Idee mich darauf hinzuweisen, dass sie es mir entziehen könne. Nunja, dass das nicht wirklich als Druckmittel für mich taugt weiß sie halt noch nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Was kann ich jetzt noch tun? Im Prinzip habe ich nur vor einer Sache Angst (und zwar RICHTIG): 170!

Ich bin seit einiger Zeit arbeitslos und habe natürlich Null Kohle. Unterhalt wurde auch noch nie gezahlt.

Mein Ziel ist:

1. Kontakt wenn möglich beenden
2. JVA-Aufenthalt unter allen Umständen vermeiden

Wie kann ich Punkt 2 gerade in Hinsicht auf die Arbeitslosigkeit und keinerlei finanziellen Rücklagen verwirklichen?
Zitieren
#2
Das war unklug. Wenn du noch nie Unterhalt gezahlt hast und deswegen auch keinen Ärger hattest, bist du in einer extrem glücklichen Lage gewesen, verglichen mit dem was Vätern in dieser Situation sonst so alles droht. Das sollte man still bejubeln und absolut nichts unternehmen, das diesen Zustand kippen lässt. Offenbar war die Mutter bisher beim Thema Geld sehr umgänglich und dass du ins gemeinsame Sorgerecht einbezogen wurdest ist auch positiv zu werten. Das ist wertvolles Kapital.

Dein Problem scheint das Zusammensein mit dem Kind zu sein und das lässt sich viel eher lösen wie einen Unterhaltsstreit. Den kannst du nur durch zahlen lösen und das heftig und lange. Deine Arbeitslosigkeit schützt dich nicht im mindestens davor, im Gegenteil, die werden dir Schulden reindrücken die du nie wieder los wirst, nicht mit Insolvenz, nicht mit Verjährung, nicht mit Verwirkung.

Als Sofortmassnahme würde ich mit der Mutter sprechen und die bisherigen Ereignisse als Aussetzer wegen psychischer Probleme bezeichnen. Wie gut ist der Kontakt mit der Mutter? Vielleicht könnt ihr auch einige Probleme gemeinsam angehen. Überlege, ob du deine Ziele nicht redefieren kannst:

1. Gute Zeit statt Frust mit dem Kind
2. Sich nicht erpressbar machen mit Unterhalt.

Für beides gibt es Möglichkeiten, die du vielleicht noch nicht ausprobiert hast.
Zitieren
#3
Ich sehe das wie p__. 

Hierüber würde ich genauer nachdenken:
"Windeln wechseln, füttern, bespaßen, Hausaufgaben machen, Dinge erklären. Dies alles war mir im Prinzip immer tiefst zuwider."
"... dass ich mich Sonntags Abend gefreut habe wenn ich sie weder abgeben konnte und am darauffolgenden Montag schon wieder Panik schob weil in 12 Tagen das Kind wieder da ist. ... seit der "Kinderauszeit" geht es mir besser. Kein Druck, keine Panikmache sonder einfach nur das Leben leben."

Was GENAU macht dir Panik?
Eigentlich ist es im Menschen durch die Evolution angelegt, dass er gerne mit Kindern zusammen ist und sich gerne um sie kümmert.
Darum überleg mal genau, was dein Problem dabei ist. Ist es wirklich das Kind oder was anderes?

Stell dir mal vor, du wärst alleine auf der Erde und würdest dann auf einmal ein Kind finden. Wie wäre das für dich?
Zitieren
#4
Das Kind ist schon sechs oder sieben, also in der Schule (bzw. dem, was man zur Zeit unter Schule versteht). Mit Windel ist da nichts mehr, eher mit Ausflügen, eigentlich ein Alter in dem man mit den Kindern viel Spass haben kann. Das wird auch schneller als gedacht zu Ende sein. Ab 12-14 sind die Freunde wichtiger und lose Beziehungen zum Umgangselternteil schlafen schnell ein. Der wird dann auch nicht mehr gebraucht, weil die Kinder auch allein zu Hause bleiben können, wenn Mutti auf die Piste geht.
Zitieren
#5
Ich kann Waldfreund da durchaus verstehen. Mir ging es absolut ähnlich. Und auch ansonsten gilt: ich kann mich zwar gern mal mit einem Kind beschäftigen (auch fremde), aber ich bin dann froh wenn ich die wieder abgeben kann.

+++++++++++Eigentlich ist es im Menschen durch die Evolution angelegt, dass er gerne mit Kindern zusammen ist und sich gerne um sie kümmert.+++++++++++++
Ich glaub da fehlt mir ein Gen.

Was aber paradoxerweise nicht bedeutet, das ich mein Kind nicht geliebt habe, bis es Anfing diese Schxxx mit mir Abzuziehen.................
Zitieren
#6
(04-05-2021, 15:38)Newton schrieb: Was GENAU macht dir Panik?

Die Vorstellung das das Kind schon wieder bei mir ist. Am liebsten bin ich für mich allein und hab meine Ruhe.

(04-05-2021, 15:38)Newton schrieb: Eigentlich ist es im Menschen durch die Evolution angelegt, dass er gerne mit Kindern zusammen ist und sich gerne um sie kümmert.

Dann hat die Evolution bei mir komplett versagt.


(04-05-2021, 15:38)Newton schrieb: Darum überleg mal genau, was dein Problem dabei ist. Ist es wirklich das Kind oder was anderes?

Es ist wohl so, dass ich einfach nicht für Kinder gemacht bin. Vatergefühle sind nicht da und im Prinzip nerven die mich nur. Es ist ja durchaus ganz niedlich wenn so ein kleiner Fratz auf dem Knie Hoppe-Hoppe-Reiter mit einem spielt. Aber ich gebe die dann auch lieber zeitnah wieder ab.


(04-05-2021, 15:38)Newton schrieb: Stell dir mal vor, du wärst alleine auf der Erde und würdest dann auf einmal ein Kind finden. Wie wäre das für dich?

Ich würde mich wahrscheinlich unbehaglich fühlen, mich davonstehlen und mir lieber eine Katze/Hund/Karnickel als Gefährten suchen.
Zitieren
#7
Du könntest es auch als Job sehen. Das bisschen temporäre Wochenend-Zusammensein mit dem Kind hat dir bisher mehrere tausend Euro pro Jahr erspart. Und das Kind geht jedesmal wieder, du musst dich ausserhalb eurer Zeit um nichts kümmern.
Zitieren
#8
Du sagst, die 4 Tage im Monat mit Deinem Kind sind höchst unangenehm für Dich.
Unterhalt musstest Du bisher keinen zahlen. Du bist in privilegierter Lage.

Sei fair und gehe anstelle der Kinderbetreuung dann wenigstens für 4 Tage im Monat arbeiten und überweise der Mutter den erwirtschafteten Betrag. 400,-€ sollten allemal rausspringen. Für Dich ist es das kleinere Übel.
Das wäre einfach fair, machbar und vor allem würdest Du Dir ein gutes Verhältnis zur Mutter und Kind erhalten. Möglicherweise kommst Du so um ein gerichtliches bzw. tituliertes Prozedere herum.

Langfristig solltest Du die Ursachen der Abneigung zu Deinem Kind aufarbeiten. Langfristig - denn das ist sicher nicht auf die Schnelle lösbar.
Als wir die Orientierung verloren hatten, verdoppelten wir die Anstrengungen (Mark Twain)
Zitieren
#9
rational klingt das alles irgendwie nicht. Daher erscheinen rationale Erklärungen auch nicht hilfreich. Tiefer nachforschen (Profis?!) wie Newton es vorschlägt ist eine gute Sache. Ansonsten sich seinen Ängsten zu stellen ist immer eine gute Sache in Hinblick auf die persönliche Weiterentwicklung des Mannes! Als Bonus steht sogar die persönliche Entwicklung des Kindes mit an - wie viele beneiden dich daher gerade sehr....

Alles Gute auf jeden Fall!
Zitieren
#10
Also ist sehe das etwas pragmatischer. Es gibt meiner Meinung nach schlicht Menschen, die keinen Bezug zu Kindern haben. Jetzt könnte man versuchen, daran herum zu doktern, oder es sein lassen und akzeptieren... Im Grunde war das schon immer so und ist nichts Neues. Männer geben das nur etwas leichter zu. Bei manchen Frauen und auch Müttern, merkt man es am Verhalten. Ich halte das nicht einmal für Außergewöhnlich. Ob ich selbst etwas nachvollziehen kann, ist eine andere Sache und für den Betroffenen uninteressant.

Grundsätzlich ist es in dieser Konstellation sehr schade, da die Mutter ja scheinbar zugänglich ist, Umgang wünscht und sich mit finanziellen Forderungen auch noch zurück hielt. Aber nutzt nun alles nichts. Wenn du mit den Vorschlägen dort oben nicht anfangen kannst, ist das eben so.

Nun wird sie demnächst kommen und Unterhalt verlangen. Davon ist auszugehen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sie sofort mit dem 170er angehoppelt kommt. Eher mit den üblichn Vorgehensweisen. Anwalt = Auskunft = Mindestunterhaltsforderung = Titel

Rückwirkend wird man nichts verlangen können (es ist ja kein Titel da), also für die Zukunft und laufend. Die Arbeitslosigkeit wird dich davor nicht bewahren und demnächst steht dann Hartz IV an. Das heißt, irgendwann wird die Arbeitswelt wieder winken. Aber ich gehe einfach mal davon aus, dass Du auch für Dich selbst, nochmal etwas tun möchtest.

wenn dem nicht so ist - ohne Dir Nahe treten zu wollen - dann hast du evtl.ein Problem mit Motivation und Aktivität. Es gibt Menschen (das ist jetzt einfach mal in den Nebel geschossen), die sich aus unerfindlichen Gründen nicht mehr aufraffen können. Auch das kann an vielem liegen und hat manchmal sogar medizinische Gründe (nicht nur psychische). Dann würde es sich lohnen zu versuchen Hilfe zu finden.
https://www.podcast.de/podcast/908466/
Papa Pudel Podcast
Zitieren
#11
Oft sind Mütter nur dann zugänglich und auf Umgang bedacht, wenn der Vater wenig interessiert ist. Das gehört zu ihrem Opferbild. In dem Moment, in dem Väter eine gleichberechtigte oder sogar überwiegende Betreuungsrolle für sich wollen, kollabiert die Zugänglichkeit und sie fängt blockieren an.

Negativ gegenüber Kinder zu empfinden gibts. Aber in diesem Fall halte ich die Wege noch nicht abgegangen, die da rausführen. Man kann sowieso unbegeistert sein aber trotzdem ein guter Vater. In diesem Fall spielt eben auch der Preis für die Zurückweisung eine Rolle. Als Unterhaltspflichtiger ohne Job der nicht zahlt ist er so hoch, dass man das Kind auch als Teilzeittätigkeit sehen kann, die man einen Tag pro Woche ausübt (d.h. alle 14 Tage eine Wochenende). Der bringt hier fast 400 EUR ein, wenn er es schafft den Status quo beizubehalten.
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Wie komme ich an Infos über Arztbesuch L3NNOX 17 10.232 10-10-2016, 10:49
Letzter Beitrag: Simon ii

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste