Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Titel: Erfahrungen mit Verletzung der Vertraulichkeit durch das Jugendamt?
#1
Hallo zusammen,

ich würde gerne wissen, ob jemand ähnliche Erfahrungen mit einem Jugendamt gemacht hat.

Ich hatte über längere Zeit eine sehr enge Vertrauensbeziehung zu einem Pflegekind und habe die Pflegefamilie regelmäßig unterstützt.

Nachdem mir das Kind wiederholt belastende Dinge aus seinem Alltag anvertraut hatte, wandte ich mich aus Sorge um das Kindeswohl zunächst vertraulich an seinen Vormund und später an das Jugendamt.

Das Jugendamt hatte mir schriftlich Anonymität als Hinweisgeber zugesichert.

Als ich erfuhr, dass meine Identität möglicherweise gegenüber den Pflegeeltern erkennbar gemacht werden sollte, protestierte ich ausdrücklich schriftlich dagegen. Auf Empfehlung einer Mitarbeiterin des Jugendamts suchte ich schließlich selbst das Gespräch mit den Pflegeeltern. Dieses verlief zunächst konstruktiv.

Bei einem anschließenden behördlichen Gespräch sollen jedoch laut übereinstimmender Darstellung der Pflegeeltern umfangreiche Passagen meiner vertraulichen E-Mails, einschließlich höchstpersönlicher Mitteilungen des Kindes, teilweise wortwörtlich vorgelesen worden sein. 

In unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit diesem Gespräch kam es zum vollständigen Abbruch des Kontakts zwischen mir und dem Kind. Für mich hatte dies erhebliche gesundheitliche Folgen. Das Kind leidet wahrscheinlich noch mehr darunter.
Ich lasse den Vorgang inzwischen anwaltlich auf mögliche Amtspflichtverletzungen und Datenschutzverstöße prüfen.

Mich interessieren insbesondere eure Erfahrungen:
  • Habt ihr erlebt, dass ein Jugendamt vertrauliche Hinweise oder E-Mails gegenüber Betroffenen offengelegt hat?
  • Welche Erfahrungen habt ihr mit Datenschutzbeschwerden, Dienstaufsichtsbeschwerden oder rechtlichen Schritten gemacht?
  • Konnte jemand in einem vergleichbaren Fall eine unabhängige Überprüfung oder Konsequenzen erreichen?


Viele Grüße
Zitieren
#2
(20-10-2026, 22:05)GeorgXV schrieb: [*]Habt ihr erlebt, dass ein Jugendamt vertrauliche Hinweise oder E-Mails gegenüber Betroffenen offengelegt hat?
[*]Welche Erfahrungen habt ihr mit Datenschutzbeschwerden, Dienstaufsichtsbeschwerden oder rechtlichen Schritten gemacht?
[*]Konnte jemand in einem vergleichbaren Fall eine unabhängige Überprüfung oder Konsequenzen erreichen?

- Ich habe erlebt, dass private Informationen von mir, die ich dem Jugendamt zu geben hatte, dort an Dritte gingen, die das nichts angeht. Die machen einfach was sie wollen, weil sie wissen dass das folgenlos bleibt.

- Extrem schlecht. Mein Versuch, mit zwei Datenschutzbeauftragen auch nur in Kontakt zu treten, ist rundweg misslungen. Hätte wohl klagen müssen. Ich wurde komplett ignoriert. Bei Dienstaufsichtbeschwerden ans Jugendamt wurde meine erste mit einer lahmen Entschuldigung beantwortet (sonst änderte sich nichts). Die zweite, Jahre später in anderer Sache wurde einfach ignoriert.

- Nein. Null.
Zitieren
#3
Dienstaufsichtsbeschwerde = formlos, fristlos, zwecklos. So habe ich das im Studium gelernt.

Kann man machen, ändert aber nichts.

Meiner Erfahrung nach arbeiten da vorwiegend unterdurchschnittliche intelligente Frauen die ihre eigene Küchenpsychologie ausleben. Die sind intellektuell überhaupt nicht in der Lage eine Sache von verschiedenen Seiten zu betrachten.

Konflifte werden auch gerne seitens des Jugendamts weiter geschürt und verschärft, daher erzählt man ihnen nach Möglichkeit nichts. Die Problemlösungskompetenz dieser Damen und der wenigen Beta-Pudel Herren dort ist extrem gering ausgeprägt.

Ich bin wirklich gegen Quoten im Job. Aber im Jugendamt wäre eine verpflichtende 50% Quote für Männer auch in Führungspositionen ein Segen. Aktuell richten die Damen da viel Unheil an. Im seligen Wissen dass es sie niemals selbst treffen wird.
Zitieren
#4
Die Pflegedienststellen des JA sind eine weitere Abteilung die man als Schlangengrube bezeichnen kann, welche macht was sie will. Das JA ist ohnehin eine Behörde, die abseits aller rechtsstaatlichen Regelungen arbeitet und eigentlich schlicht postfaschistische Züge erkennen lässt. Während andere Behörden mit Anträgen, Bescheiden und somit auch mit Rechtsbehelfen und klaren gerichtlichen Zuständigkeiten in Verbindung zu bringen sind, arbeitet das JA abseits dieses Systems mit Anfrage, mündlichen Absagen, Willkür und einem im Nachhinein erfolgendem mündlichen Bestreiten von vormals Gesagtem ohne Folgen.

Am Ergebnis des Ganzen kannst du nichts tun oder gar ändern. Und weil die das wissen, gehen die auch mit empfindlichen Daten um wie sie wollen. Die einzige Genugtuung ist, denen Arbeit zu machen. Die DSGVO kann hier hilfreich sein, aber auch nur begrenzt in deinem Fall. Denn wenn Du nach Artikel 15 DSGVO denen auch eine Menge Arbeit machst, so wird es kaum nachweisbar sein, dass man deine Daten widerrechtlich weiter gab. Die manipulieren natürlich auch ihre Auskünfte und aus einer Auskunft ergibt sich auch keinesfalls die Tatsache, dass du die Weitergabe beweisen kannst.

Wie Daten verarbeitet, erhoben oder gar weiter gegeben wurde, ist durchaus im Rahmen der DSGVO zu belegen und das kann man auch erzwingen mitzuteilen, aber in der Praxis könnte das eben so aussehen, dass die einfach sagen "Es wurden keine Daten weiter gegeben" und da du niemanden hast, der bezeugt das ihm gegenüber das doch gemacht wurde, sehe ich bei dir da schwarz.
Zitieren
#5
(21-10-2026, 11:22)Nappo schrieb: und das kann man auch erzwingen mitzuteilen

Erzwingen, ja. Denn wenn die einfach nichts tun, dann musst du klagen und das erst mal vorfinanzieren.

In diesem Land hat man es erfolgreich geschafft, die allgemeine Ansicht zu verbreiten, man könne jederzeit erfahren was über einen gespeichert ist, wohin es geht. Das Land des Datenschutzes. Das ist in der Praxis nur bei ein paar grossen, gut sichtbaren Einrichtungen so, der Schufa etwa. In Behörden wirst du meist gar nicht oder kalt abgefertigt. Für dich die Regeln, nicht für Behörden und andere.

Ist auch nicht mein Privaterlebnis. https://www.danisch.de/blog/?s=Datenschutzbeauftragter
Zitieren
#6
Der Hinweis auf den Artikel bei Danish war für mich dann einmal mehr gleich auch in anderer Hinsicht erhellend. Wegen WISE... Aber das ist ein anderes Thema.
Und ja, natürlich spielen Behörden einmal mehr eine andere Rolle denn die DSGVO wurde primär ja dem freien Untenerhmertum aufgebürdet.

Ich stimme dir ja auch im Weiteren zu, nur wäre da die auch von dir oft mitgeteilte "Strategie", halt eben möglichst viel Arbeit zu machen ,-) Einfach so. Weils irgendwann Spaß macht und manchmal sogar Befriedigung verschafft. Und die verschaffe ich mir desöfteren, und gerade aktuell einmal mehr in Richtung Jugendamt. Man muss ja seinen Ruf pflegen. dazu folgt in den nächsten Tagen von mir ein ausführlicher Erfahrungsbericht.

Und vor einigen Jahren, als meine Familiensache schon längst ausgefochten und erledigt war, habe ich mir einfach den Spaß der Auskunft nach Art. 15 mal gegönnt. Gut, man hat mich am Anfang ignoriert und dann allerdings musste man in den Keller kriechen und seeehr viele Akten paginieren. Die kamen dann auch, wobei ich die dann halt einfach weg legte nach kurzer Sichtung. Sah aber nach viel Arbeit aus für das JA ,-) Nix digitalisierung.

Wenn mir mittlerweile etwas wichtig ist, klage ich halt. Ist mir egal. Ist mir auch egal wie lange es dauert.
Zitieren
#7
nappo...immer sand ins getriebe...danach kies...und ein paar pflastersteine...evtl. noch ein paar merkel-sperren (betonsperren für weihnachsmärkte) - bei uns in erding...vor 2015...nie...dann als dieses raschloch in berlin oder wo das war...seit dem bin ich systemterrorist...
Zitieren
#8
Mir ist auch schlicht der Geduldsfaden gerissen. Und das belastet mich nicht einmal. Ist der Ruf erst ruiniert...

Aber wichtig für den TO ist zu akzeptieren: Effektiv kann er in dieser Sache in eigenem Interesse nicht tätig werden. Was er daraus lernt ist die Erfahrung gemacht zu haben, dass man das JA meidet wie der Teufel das Weihwasser und alles und jeden, der/die mit dem JA zu tun haben. Selbst Kinder, die dort in einer aktiven Akte sind.

Das JA gibt Kinder, wer den Popo hin hält. Es nimmt Kinder, wenn es Lust dazu hat. es ist ein Geschäftsmodell. Punkt. Unlängst war ich auf einem Sommerfest für Pflegeeltern und "deren Kinder" das hier jedes Jahr einmal veranstaltet wird (Ein Bericht folgt die Tage).

Da laufen Leute rum, bei denen willst du selbst als Erwachsener nicht abgemalt sein. Als Kind schon gar nicht. Angeblich natüüürlich alle geeignet. Pack per definitionem. Der angrenzende Parkplatz korreliert nicht mit den Anwesenden. Betrachtest du den, weißt du wo die Kohl "für die Kinder" landet. Der Parkplatz des Siemens-Vorstands kann da vielleicht mithalten.
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Begutachtung durch das Jugendamt ablehnen? expat 34 18.559 29-01-2025, 23:29
Letzter Beitrag: expat
  Jugendamt fordert, KU wird bezahlt ohne Titel NeuerUnterhaltszahler 5 4.647 11-06-2023, 15:09
Letzter Beitrag: DrNewton
  Stationäre Unterbringung durch Jugendamt Asltaw 14 14.139 30-11-2022, 20:14
Letzter Beitrag: Asltaw
Sad Festsetzung durch Jugendamt / Zu wenig Unterhalt tobi1983 16 18.616 02-12-2019, 17:09
Letzter Beitrag: kay

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste