Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Forderungen Jugendamt / Beistandschaft
#1
Schönen guten Tag an alle!

Ich finde das Forum hier eine super Idee! Ich bin seit längerem ein "stiller Mitleser" und lese gespannt die meisten Kommentare hier durch. Daumen hoch an alle hier, die sich die Zeit für andere nehmen und ihnen helfend zur Seite stehen.


Nun habe ich aber zwei Probleme mit dem Jugendamt bzw. der eingereichten Beistandschaft und wollte euch mal um Rat fragen.

1. Die JA Mitarbeiterin möchte, dass ich ihr meinen Arbeitsvertrag zusende. Ich bin der Meinung, dass die JA Mitarbeiterin das eig gar nichts angeht. Meine Lohnabrechungen hat sie erhalten. Obwohl ich ihr schon ein paar mal widersprochen habe, fordert sie meinen Arbeitsvertrag immer und immer wieder (mit der Begründung, ich könnte ja zusätliche Boni, ein 13. Gehalt, etc. haben, was auf der Lohnabrechung nicht ersichtlich ist).

Meine Frage - was kann bzw. muss ich tun? Hat sie wirklich das Recht, meinen Arbeitsvertrag zu sehen (ich hab momentan nichts zu verbergen - kein Boni/13 Gehalt/Geschäftswagen/..., aber evtl. in Zukunft - es wäre deshalb gut zu wissen Big Grin )? Außerdem möchte ich bei denen nicht immer klein bei geben, da die Damen mir gegenüber immer sehr unverschämt sind!


2. Ich war Student (Vollzeit, keine abgeschlossene Ausbildung gehabt) bis etwa März/April 2019. Seit November 2014 bin ich aufgrund der Beistandschaft im Kontakt mit dem Jugendamt. Im November 2014 musste ich den hier "beliebten" Fragebogen ausfüllen  Big Grin  . Das habe ich auch gemacht. Seitdem hat sich das JA mit meinen Immatrikulationsbescheinigungen (Studentenbescheinigung) begnügt, die ich ihnen 2x jährlich zugesendet habe. Als ich dann ab März keine mehr vorlegen konnte (ich habe mein Studium beendet), musste ich erneut den Fragebogen ausfüllen und meine Lohnabrechnungen zusenden.

Nun ist den Damen aufgefallen, dass ich schon seit mehreren Monaten neben meinem Studium gearbeitet habe (ca. ein halbes jahr - seit Aug/Sep 2018) - das stand auf meiner Lohnabrechnung.

Ich bin der Meinung, ich muss erst ab März (Beendigung meines Studiums zahlen, da es ein Vollzeitstudium war und ich mal gelesen habe, dass ein richtiger Job (kein Minijob) neben einem Vollzeitstudium nicht zumutbar ist). Die Damen vom JA wollen nun, dass ich meine Lohnabrechnungen von Aug/Sep 2018 bis jetzt alle zusende (Momentan haben sie nur von März - Juni 2019).

Muss ich Ihnen diese zusenden? Und vor allem, muss ich nun rückwirkend bis Aug/Sep 2018 zahlen? Das wäre Unterhalt für knapp 1 Jahr was ich auf einmal zahlen müsste  Huh (bis dato zahle ich noch nichts, da die Dame zu unfähig ist, irgendwas zu berechnen bzw. sie denkt, ich verheimliche ihr irgendwas Boni/13 Gehalt/...).


Momentan habe ich ca 1600-1900€ Netto - ich werde aber bald einen neuen Job antreten und dann über das doppelte verdienen. Deshalb hoffe ich, dass die Dame vom JA endlich mal in die gänge kommt. Ich habe hier mal gelesen, dass die netten Damen nämlich nur alle 2 Jahre nach den Lohnabrechnungen verlangen dürfen. So könnte ich also zwei Jahre lang nur den Mindestunterhalt zahlen, obwohl ich deutlich mehr hätte und mehr zahlen müsste (stimmt meine Logik oder können die Damen mich trotzdem noch nachträglich zur Tasche bitten?)


Vielen Dank schonmal für Eure Hilfe! Sleepy 
Falls noch Fragen sind (oder irgendetwas unklar ist), einfach fragen.
Zitieren
#2
(25-09-2019, 15:36)Mix schrieb: Hat sie wirklich das Recht, meinen Arbeitsvertrag zu sehen

So schnell verduftet der angeblich weltbeste deutsche Datenschutz, was? :-)
Ein Arbeitsvertrag muss nur vorgelegt werden, wenn durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers die tatsächliche Höhe der insgesamt bezogenen Einkünfte nicht ausreichend belegt wird. Wenn in deinen Lohnnachweisen Lohnbestandteile fehlen also. Fehlen keine, so lass dir eine entsprechende Bescheinigung des Arbeitgebers mit der Aussage ausstellen, dass keine fehlen.

Auskunft geben musst du für die vergangenen 12 Monate.
Zitieren
#3
+++++++++++++Ich habe hier mal gelesen, dass die netten Damen nämlich nur alle 2 Jahre nach den Lohnabrechnungen verlangen dürfen. So könnte ich also zwei Jahre lang nur den Mindestunterhalt zahlen, obwohl ich deutlich mehr hätte und mehr zahlen müsste (stimmt meine Logik oder können die Damen mich trotzdem noch nachträglich zur Tasche bitten?)++++++++++

Deine Logik stimmt nicht ganz. Denn Du bist durchaus verpflichtet Änderungen in Deinen Verhältnissen anzugeben. Und bei einer Verdoppelung Deines Einkommens ist das wohl fraglos. Hast Du einen existierenden Unterhaltstitel? So wie sich das liest wohl eher nicht? Dann können die zumindest für die Vergangenheit nichts mehr einfordern.
Zitieren
#4
(25-09-2019, 17:18)Gast1969 schrieb: Denn Du bist durchaus verpflichtet Änderungen in Deinen Verhältnissen anzugeben.

Nö, muß er nicht.

Jedenfalls nicht ohne konkrete Aufforderung. Er ist mitnichten dazu verpflichtet, auf nach der Abgabe der Auskunft eintretende Einkommenserhöhungen von sich aus hinzuweisen.

Zu allem anderen hat p das Notwendige geschrieben.
Zitieren
#5
Ich würde darauf verweisen, dass du lediglich verpflichtet bist, deine Lohnabrechnungen und nach Jahresende den EkSt-Bescheid vorzulegen. Sie möchten dir bitte die Rechtsgrundlage für deren Anliegen nennen. Zugleich packst du eine ordentliche Auskunft der vergangen 12 Monate nebst eben dieser (vermutlich alten) Steuererklärung und - nicht vergessen - eine von dir rechtsverbindlich gezeichnetes Bestandsverzeichnis bei (Auflistung der anliegenden Belege, Auflistung unterhaltsmindernder Posten, Summe des verbleibenden unterhaltsrechtlich relevanten Einkommens) bei und weist darauf hin, damit hättest du Auskunft gemäß §1605 BGB vollständig erteilt. Von weiteren Beleganforderungen mögen diese daher bitte absehen. Vielleicht noch der Hinweis, dass die Weitergabe des Arbeitsvertrages gegen deine dur auferlegten Verschwiegenheitspflichten eben in diesem Vertrag verstoßen würde, wenn sich den solch eine Klausel dortdrin (wie üblich) befinden sollte.
Zitieren
#6
(25-09-2019, 17:35)Simon ii schrieb:
(25-09-2019, 17:18)Gast1969 schrieb: Denn Du bist durchaus verpflichtet Änderungen in Deinen Verhältnissen anzugeben.

Nö, muß er nicht.

Jedenfalls nicht ohne konkrete Aufforderung. Er ist mitnichten dazu verpflichtet, auf nach der Abgabe der Auskunft eintretende Einkommenserhöhungen von sich aus hinzuweisen.

Zu allem anderen hat p das Notwendige geschrieben.

Hmm, also mir hat man erst neulich noch vorgeworfen, man hätte die Lohnpfändung gegen mich ja nur veranlasst, da ich eben Änderungen in meinem Einkommen nicht angegeben hätte - neben meiner damaligen Arbeitsaufnahme hätte ich im folgenden ja auch nicht über meine Lohnerhöhungen informiert etc.
Zitieren
#7
(25-09-2019, 16:51)p__ schrieb:
(25-09-2019, 15:36)Mix schrieb: Hat sie wirklich das Recht, meinen Arbeitsvertrag zu sehen

So schnell verduftet der angeblich weltbeste deutsche Datenschutz, was? :-)
Ein Arbeitsvertrag muss nur vorgelegt werden, wenn durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers die tatsächliche Höhe der insgesamt bezogenen Einkünfte nicht ausreichend belegt wird. Wenn in deinen Lohnnachweisen Lohnbestandteile fehlen also. Fehlen keine, so lass dir eine entsprechende Bescheinigung des Arbeitgebers mit der Aussage ausstellen, dass keine fehlen.

Auskunft geben musst du für die vergangenen 12 Monate.


Stand heute fehlen keine - ich erhalte ein festes (leicht variierendes Gehalt). Gibt es für dieses Dokument eine Vorlage? Ist mir schon etwas unangenehm, meinen Arbeitgeber damit zu nerven.




(25-09-2019, 17:18)Gast1969 schrieb: +++++++++++++Ich habe hier mal gelesen, dass die netten Damen nämlich nur alle 2 Jahre nach den Lohnabrechnungen verlangen dürfen. So könnte ich also zwei Jahre lang nur den Mindestunterhalt zahlen, obwohl ich deutlich mehr hätte und mehr zahlen müsste (stimmt meine Logik oder können die Damen mich trotzdem noch nachträglich zur Tasche bitten?)++++++++++

Deine Logik stimmt nicht ganz. Denn Du bist durchaus verpflichtet Änderungen in Deinen Verhältnissen anzugeben. Und bei einer Verdoppelung Deines Einkommens ist das wohl fraglos. Hast Du einen existierenden Unterhaltstitel? So wie sich das liest wohl eher nicht? Dann können die zumindest für die Vergangenheit nichts mehr einfordern.

Ich habe keinen existierenden Unterhaltstitel.
D.h. ich sollte so lange es geht dieses spielchen mit der Beantwortung aller Fragen hinauszögern? Ich dachte mal gelesen zu haben, ab dem Zeitpunkt, bei dem das JA mich zur Auskunft auffordert bin ich verpflichtet es rückwirkend zu zahlen.

Ich wurde vom JA im märz 2019 sowie im November 2014 aufgefordert (verjährt das? Big Grin ) Auskunft zu geben - deshalb meine Frage, ob ich nun erst ab März oder wirklich rückwirkend
ab ca. August 2018 zahlen muss.


+++"So wie sich das liest wohl eher nicht? Dann können die zumindest für die Vergangenheit nichts mehr einfordern."+++
Ich verstehe das so, dass ich nun möglichst lange den Titel hinauszögern muss/soll, um dann erst ab Zeitpunkt des Erstellung des Titels zahlen zu müssen? Huh



(25-09-2019, 17:46)IPAD3000 schrieb: Ich würde darauf verweisen, dass du lediglich verpflichtet bist, deine Lohnabrechnungen und nach Jahresende den EkSt-Bescheid vorzulegen. Sie möchten dir bitte die Rechtsgrundlage für deren Anliegen nennen. Zugleich packst du eine ordentliche Auskunft der vergangen 12 Monate nebst eben dieser (vermutlich alten) Steuererklärung und - nicht vergessen - eine von dir rechtsverbindlich gezeichnetes Bestandsverzeichnis bei (Auflistung der anliegenden Belege, Auflistung unterhaltsmindernder Posten, Summe des verbleibenden unterhaltsrechtlich relevanten Einkommens) bei und weist darauf hin, damit hättest du Auskunft gemäß §1605 BGB vollständig erteilt. Von weiteren Beleganforderungen mögen diese daher bitte absehen. Vielleicht noch der Hinweis, dass die Weitergabe des Arbeitsvertrages gegen deine dur auferlegten Verschwiegenheitspflichten eben in diesem Vertrag verstoßen würde, wenn sich den solch eine Klausel dortdrin (wie üblich) befinden sollte.

Da ich ja bald deutlich mehr verdiene wäre es doch ein Eigentor, am Jahresende den EkSt-Bescheid vorzulegen?
Wenn ich nach einer Rechtsgrundlage frage, kommen immer unpassende Standard Antworten die sogar ich als Laie als falsch erkenne. Sie ist der Meinung, sie hat aber Recht und das ist ausreichend.
Im Allgemeinen lässt sich sagen, sie ist sowieso nicht die hellste Kerze auf der Torte - manchmal schicke ich ihr Dokumente (wie bspw. meine Lohnabrechnung) und kurze Zeit später im nächsten Brief fordert sie mich auf, diesen jetzt endlich mal zu schicken (obwohl ich es bereits gemacht habe). Dann schreib ich ihr dass ich es schon gemacht habe und verweise auf meine Mail (mit Datum). Dann fragt sie im nächsten Brief wieder und ich sende es ihr halt dann teilweise schon ein zweites und drittes mal zu. Diese Unfähigkeit ist echt unglaublich nervig. Ich weiß nicht, ob sie wirklich so blöd ist oder mich einfach nur nerven möchte, weil ich sie schon wochen- bzw. monatelang an der Nase herumführe. Big Grin
Zitieren
#8
Hallo,
"Da ich ja bald deutlich mehr verdiene wäre es doch ein Eigentor, am Jahresende den EkSt-Bescheid vorzulegen?"

Den können Sie auch beim zuständigen Finanzamt anfordern, dazu brauchen sie Deine Mitwirkung nicht.
Vorraussetzung ist allerdings, dass sie beim richtigen FA nachfragen. Bei mir war die Sachbearbeiterin so blöd, bei einem FA nachzufragen in dessen Zuständigkeitsbereich ich nie gemeldet war oder gearbeitet habe, nur weil ich zu der Zeit bei einer Freundin gewohnt habe (bei der ich allerdings nicht gemeldet war). Auf die Idee mir die 80km (tatsächlichen) täglichen Arbeitsweg leistungsmindernd anzurechnen, ist sie aber komischerweise nicht gekommen. Sie hatte schon schwere Bauchschmerzen mit den von meiner Meldeadresse aus gemessenen 50km.
Grüße Marcus
Zitieren
#9
Die EkSt-Erklärung 2019 musst du doch erst bis Mitte 2020 beim FA einreichen. Bis der bearbeitet und beschieden ist, haben wir Herbst / Winter 2020. Wenn du noch sinnigerweise Unsinniges an Sonderausgaben in der Erklärung abzusetzen versuchst, provozierst du die Möglichkeit Einspruch gegen den Bescheid einzulegen, so zieht es sich dann bis dessen Ablehnung bis in 2021 hin. Bis dahin muss dein helles Törtchen mit den Zahlen aus 2018 rechnen, schließlich kannst du noch nichts neueres liefern. 2021 ist dann aber spätestens der Zeitpunkt gekommen, die Hosen herunterlassen zu müssen.
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Beistandschaft Jugendamt Arminius 4 630 20-02-2019, 12:07
Letzter Beitrag: Arminius
  Beistandschaft vom Jugendamt zwangszahler 72 27.073 23-07-2015, 22:55
Letzter Beitrag: zwangszahler
  Forderungen Jugendamt der_fragende_2012 6 2.894 10-09-2012, 22:49
Letzter Beitrag: p__

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste